Lampertheim

Arbeit Diakonisches Werk hilft bei der Suche nach Ausbildungsplatz / „Chance ist immer noch da“ / Beratung nur nach Anmeldung

In letzter Minute zur Lehrstelle

Archivartikel

Lampertheim.Home-Schooling, Kurzarbeit, drohende Wirtschaftskrise und Vorstellungsgespräche per Video-Chat: keine einfache Zeit für Schulabsolventen und Bewerber. „Das kann schon verunsichern“, weiß Kerstin Biehal von der Jugendberufshilfe, die zum Diakonischen Werk Bergstraße in Lampertheim gehört. Doch aller coronabedingten Unsicherheit zum Trotz gebe es noch „viele offene Stellen und gute Ausschreibungen“. „Die Chance ist immer noch da“, macht die Sozialpädagogin Mut. Damit es auf den letzten Drücker noch mit einem Ausbildungsplatz im August oder September klappt, bietet die Jugendberufshilfe in der Industriestraße 35 in der ersten Woche der Sommerferien wieder eine unverbindliche „Last-Minute“-Beratung an.

Das Angebot richtet sich an Menschen bis 27 Jahre aus Lampertheim, Bürstadt, Biblis, Groß-Rohrheim und Lorsch, die für das Jahr 2020 noch eine Ausbildung suchen. Die Unterstützung umfasst von der ganz allgemeinen Job-Beratung über das Erstellen von Bewerbungsunterlagen bis hin zur Vorbereitung auf Einstellungstest alles, was zum Bewerbungsprozess gehört.

„Manche wissen noch gar nicht, in welche Richtung es gehen soll“, berichtet Kollegin Tatjana Maier-Borst, „andere haben schon ganz konkrete Vorstellungen und brauchen nur noch ein paar Tipps fürs Anschreiben oder ein individuelles Coaching fürs anstehende Gespräch.“ Gemeinsam mit Sozialpädagogin Kerstin Biehal bieten sie die „Last-minute“-Hilfe nun schon im achten Jahr an.

Zwölf neue „Kontakte“ waren es im vergangenen Jahr, immerhin ein Jugendlicher hat unmittelbar den Sprung in einen Ausbildungsvertrag geschafft. Viele andere seien in Maßnahmen der Arbeitsagentur oder weiterführende Angebote wie Studienberatung vermittelt worden. „Das sind oft junge Menschen, die irgendwo auf dem Weg verloren gegangen sind. Wir können sie dabei unterstützen, wieder Fuß zu fassen“, erklärt Biehal.

Mit Beginn der Corona-Pandemie habe sich zwar auch auf dem Arbeitsmarkt große Unsicherheit breit gemacht, dennoch suchen viele Unternehmen noch Auszubildende. Inzwischen weiß das Team der Jugendberufshilfe, dass die Krise nicht zwangsläufig die Chancen auf einen Ausbildungsplatz mindert. „Es ist anders, der Bewerbungsprozess dauert manchmal länger, Vorstellungsgespräche finden online per Video-Chat statt“, berichten die Expertinnen. Aber: „Es gibt ähnlich viele offene Stellen wie im Vorjahr. Etwa im Verkauf, aber auch im medizinischen Bereich gebe es noch Ausbildungsplätze. Und die Erfahrung der vergangenen Monate zeige: Auch vor oder während der Pandemie geschlossene Verträge werden von den Arbeitgebern eingehalten.

Auf die veränderten Rahmenbedingungen wollen sie die Jugendlichen nun vorbereiten. Aufgrund der Abstandsbestimmung ist das aber gar nicht so einfach. Statt einer offenen Sprechstunde gibt es in diesem Jahr deshalb nur feste Termine, seit Anfang Mai ist zumindest persönlicher Kontakt vor Ort wieder möglich. „Ohne den geht es in unserem Bereich einfach nicht“, sagt Bereichsleiterin Marion Persson. Zwar hat das Team zeitweise Jugendliche am Telefon und per E-Mail betreut, langfristig sei das aber keine Lösung. In den Räumen haben sie nun Plexiglasscheiben an den Tischen installiert, so dass sich dort zwei Personen gegenüber sitzen dürfen. Außerdem werden die Räume immer nur einzeln genutzt und anschließend desinfiziert.

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