Lampertheim

Jubiläum Christian und Egon Rach feiern ihren 60. Hochzeitstag / Beide stammen aus Pommern, fanden in Lampertheim neue Heimat

In Ludwigshafen springt der Funke über

Archivartikel

Lampertheim.Aufgeweckt und agil – so konnte das Ehepaar Christel und Egon Rach am Mittwoch das Fest der Diamantenen Hochzeit begehen. Anlässlich dieses besonderen Ehrentags waren schon am frühen Vormittag die Kollegen der Gymnastikgruppe sowie Stadtrat Hans Schlatter erschienen, um dem Jubelpaar zu gratulieren – entsprechend groß war der Trubel im Hause Rach.

60 Jahre sind natürlich ein Grund zum Feiern, aber auch eine Gelegenheit, die Vergangenheit Revue passieren zu lassen und sich gemeinsam zu erinnern, wie alles einmal begonnen hat. Beide Ehepartner wurden im ehemaligen Pommern geboren und haben durch den Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verloren. Ehefrau Christel (79) wurde 1945 kurz vor Kriegsende evakuiert. In Flensburg fand sie eine erste neue Bleibe und lernte dort Einzelhandelskauffrau. Ehemann Egon (86) blieb noch bis 1948 in dem mittlerweile polnisch gewordenen Heimatort. Als Kutscher bei den Russen schlug er sich durch, bis er mit seiner Mutter über Sachsen nach Lampertheim kam. Sein Vater war Soldat gewesen und hatte in Lampertheim inzwischen eine Bleibe für die Familie gefunden. Natürlich sei der Anfang nicht leicht gewesen, erinnert sich der Jubilar. Aber er konnte in der ehemaligen Möbelfabrik Lust eine Lehre als Möbelschreiner beginnen und arbeitete dort lange Zeit.

Seine Frau Christel lernte er bei einem Treffen mit Bekannten in Ludwigshafen kennen. Der Funke sei rasch übergesprungen, 1958 wurde geheiratet. „Es war damals ein außergewöhnlich heißer Tag“, erinnert sich die Jubilarin und fügt lächelnd hinzu: „Passend zu unserer heißen Liebe.“ Zwei Kinder haben die Rachs bekommen: Sohn Dirk kam 1960 zur Welt, Tochter Heike folgte 1965. Mittlerweile vervollständigen drei Enkelkinder die Familie.

Christel Rachs kaufmännische Ausbildung kam dem jungen Ehepaar zupass, als es 1968 den Sprung in die Selbstständigkeit wagte und eine Reinigung gründete. Eine Wäschestube im eigenen Haus ist immer noch im Besitz der Familie. Tochter Heike wohnt mit im Haus und schaut, wenn es nötig ist, mal nach dem Rechten. Die beruflichen Verpflichtungen – Ehemann Egon arbeitete immerhin bis zum 70. Lebensjahr mit – ließen dem Paar allerdings nicht viel Zeit für Vergnügungen. Das Wandern und die Mitarbeit im Odenwaldklub waren ihr Hobby. Seit zehn Jahren engagiert sich Christel Rach in der Hospizarbeit und beide gehen noch in die Gymnastikgruppe, deren Mitglieder bei weitem nicht die einzigen Gratulanten am gestrigen Ehrentag gewesen sind.

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