Lampertheim

Lebenshilfe Experten beraten über Regel- oder Förderschulen

Infos zu Schulfragen

LAMPERTHEIM.Wächst ein Kind mit einer Behinderung auf, gibt es vor der Einschulung zwei Möglichkeiten: Inklusiver Unterricht an einer Regelschule oder den Weg in eine Förderschule. „Da gibt es kein Richtig oder Falsch, jede Familie muss selbst und frei entscheiden dürfen“, sagt Chantal Joosten, zuständig für Pressearbeit bei der Lebenshilfe. Der Verein veranstaltet deshalb gemeinsam mit der „Sonnenkinder Elterninitiative Handicap“ aus Zwingenberg/Rodau am morgigen Freitag, 14. September, um 18.30 Uhr einen Elternabend mit anschließendem Erfahrungsaustausch in ihren Räumlichkeiten in der Saarstraße 56. Dazu sind Experten aus diversen Schulen im Kreis eingeladen.

Bisher sei der Weg in die Regelschule sehr schwierig. „Er ist steinig, kompliziert und intransparent“, kritisierte Lebenshilfe-Vorsitzender Günther Baus beim Pressegespräch vorab. Die Förderschule sei der automatische Weg, Eltern würden über die zweite Möglichkeit nicht ausreichend informiert. „Möchte man sein Kind auf eine Regelschule schicken, muss man dafür erst einiges tun. Anträge, Fristen und viele Unsicherheiten liegen vor Eltern“, erklärte er.

Einblicke in Unterricht

Mit dem Elternabend solle niemandem ein Modell übergestülpt werden, vielmehr wolle man über beide Möglichkeiten informieren. „Viele Eltern haben vor der Entscheidung tausend Fragezeichen im Kopf“, weiß Chantal Joosten aus eigener Erfahrung. Ihr Sohn hat eine geistige Behinderung und wird im kommenden Jahr eingeschult. „Beide Modelle müssen zugänglich sein“, forderte die Mutter. Die Experten sind Sibylle Hermanns, Petra Thobe und mehrere Schulbegleiter. Hermanns stellt als kommissarische Leiterin der Biedensandschule den inklusiven Unterricht an einer Regelschule vor. Die Lampertheimer Schule ist bereits seit 2004 ein sogenanntes Beratungs- und Förderzentrum für die Region.

Einblicke in den Unterricht an einer Förderschule gibt Petra Thobe von der Seebergschule in Bensheim und Mörlenbach. Die Seebergschule hatte auch bereits an einem Konzept teilgenommen, bei der eine ihrer Klassen inklusive der Förderschullehrer in eine allgemeine Schule integriert wurden. Schulbegleiter berichten über ihre Tätigkeit.

Grundschullehrer, Erzieher und Vertreter der Carl-Orff-Schule in Bensheim sowie der Felsenmeerschule in Lautertal-Reichenbach haben sich angekündigt. Im Anschluss gibt es einen Erfahrungsaustausch zwischen allen Beteiligten. ksm

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