Lampertheim

SPD Sommertour führt zum Altrheingraben

Interessantes zu beliebtem Ausflugsgelände

Archivartikel

Lampertheim.Der Ausflug der SPD Lampertheim machte seinem Namen alle Ehre: Die Genossen luden am Montagabend bei schönstem Wetter zur Sommertour ein. Sie trafen sich am Bau, dem Eingang zum Naturschutzgebiet Biedensand. Die Verantwortlichen wollen den Parteimitgliedern und Gästen fast jeden Montag „Erlebnistouren“ anbieten, um zu verdeutlichen, wie vielseitig Lampertheim ist. Die Wanderung über den idyllischen Biedensand sollte lehrreich und erholsam zugleich sein. „Wir haben Ereignisreiches zu erwarten“, machte Jens Klingler, Vorsitzender des Ortsvereins, die große Teilnehmerschar neugierig. Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt, der im Vorstand des Odenwaldklubs ist, führte die Tour an und erklärte viel Wissenswertes über das drittgrößte Naturschutzgebiet Hessens.

Dieses Gebiet solle in seiner Schönheit erhalten bleiben, gute Möglichkeiten für Wassersportler und Erholung für Touristen bieten. Schmidt erläuterte kurz das einschneidende Ereignis: Bei der Rheinbegradigung 1878 entstand der Lampertheimer Altrhein. Doch dieser bereite seit Jahren Sorgen, denn er verschlamme zunehmend. „Deshalb wurde 2016 ein Projektbeirat gegründet, um entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten“, berichtete Schmidt. Der Sauerstoffgehalt im Wasser solle durch ein Belüftungssystem erhöht werden. Entlang des Mittelweges stießen die Wanderer auf das Gelände des „Kleeblatts“: Diese Stelle wurde so genannt, weil die dortige Vogeltränke die Form eines Kleeblattes hat. Marius Schmidt erzählte eine Anekdote aus Kindheitstagen. Er hatte sich das Wachthaus auf dem Gebiet als Hexenhäuschen vorgestellt.

„Wir haben zwei Löcher im Naturschutzgebiet, welche sind das?“, fragte Schmidt. Die Wanderer wussten Bescheid: „Das Fretter- und das Welsche-Loch.“ Die Firma Fretter hatte den Altrhein ausgebaggert – und der Schiffer Johann Welsch aus Nackenheim war der Erste, der den neuen Wasserweg passierte.

Angebote für Wanderer und Radler

Weiter ging es zum „Rallengraben“ und der neuen Aussichtsplattform aus Stahl. Schmidt erwähnte, dass derzeit rund 25 Geopark-Vor-Ort-Begleiter ausbildet werden, um fachkundliche Führungen durchführen zu können. „Die Ausbildung ist bald abgeschlossen“, wusste Schmidt. Den Wanderern und Radfahrern stehe in Lampertheim ein abwechslungsreiches Angebot zur Verfügung – wie der Rundwanderweg, der Fernradweg und die Raderlebnisrunde Südliches Ried. Wieder angekommen am Bau, Nähe Alter Hafen, beleuchtete Schmidt den Begriff Hafen: Dieser habe einst zum Löschen von Gütern für die chemische Fabrik Neuschloß gedient.

Die nächste Sommertour ist am Montag, 9. Juli, zum Diskutieren mit Stadtverordneten im Stadtteil Rosengarten. Treffpunkt ist um 18 Uhr auf dem Parkplatz „Alte Schule“ . roi

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