Lampertheim

Herz Jesu Gemeinde Hüttenfelder feiern Hubertusmesse mit Musikern aus Siedelsbrunn und Schriesheim

Jagdhörner erklingen zum ökumenischen Gottesdienst

Archivartikel

Hüttenfeld.Die Hubertusmesse ist in der katholischen Herz Jesu Gemeinde Hüttenfeld mittlerweile Tradition. Ganz neu war in diesem Jahr allerdings nicht nur der katholische Pfarrer Christian Rauch, sondern auch, dass er sich mit Pfarrer Reinald Fuhr eine tatkräftige Unterstützung aus der Hüttenfelder evangelischen Gemeinde an seine Seite holte.

Wer auch nicht fehlen durfte, waren die Schriesheimer Jagdhornbläsern und die Jagdhornbläsergruppe des Schützenvereins Siedelsbrunn 1933, die den Gottesdienst musikalisch gestalteten. Um den schallenden Hornklängen der Bläsergruppen zu lauschen, waren Gäste aus nah und fern zur Messe gekommen. Der Altarraum war herbstlich geschmückt und traditionell mit einem Hirschgeweih und dem legendären Kreuz dekoriert, die als Symbole des Heiligen Hubertus gelten und heute vor allem als Aufdruck auf Jägermeisterflaschen bekannt sind.

Nach dem Gottesdienst gab es am Ausgang für jeden Besucher einen passenden Kräuterschnaps und im Pater-Delp-Zentrum ließ man den Abend bei Glühwein und Wildbratwurst ausklingen, während beide Bläsergruppen im Gemeindezentrum und im Kreuzgang der Kirche ihre Klänge bei einem kleinen Stelldichein abermals zum Besten gaben.

Da das Thema Jagd in Hüttenfeld durch die anstehende Treibjagd im Viernheimer Wald gerade wieder für Gesprächsstoff sorgt, ging Pfarrer Fuhr in seiner Predigt genau darauf ein. Er bezog sich auf einen biblischen Text, in dem Gott die Natur mit all ihren Pflanzen und Tieren dem Menschen untergeordnet hat. Dabei beleuchtete er nicht die Ansicht, dass der Mensch in der Nahrungskette ganz oben steht, sondern vielmehr, dass er eine Verantwortung für die ihm übergebene Schöpfung hat. In diesem Sinne sei auch das Credo der Waidmänner zu verstehen, dass auf ein Gedicht von Oskar von Riesenthal zurückgeht: „Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild, weidmännisch jagt, wie sich’s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.“

Pfarrer Rauch erzählte in diesem Zusammenhang von einer Erfahrung, die er selbst einmal auf einem Hochsitz gemacht hatte. Vier Stunden habe er auf einem Hochsitz verbracht, allerdings war das wenig spektakulär: In der ganzen Zeit habe er nicht ein Tier gesehen. Pfarrer Fuhr, der in diesem Bereich versierter ist, erklärte, dass das dem Alltag der Jäger entspricht. Ihr Aufgabenbereich dient in erster Linie der Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie der Pflege und der Sicherung seiner Lebensgrundlagen. Jagd ist in diesem Verständnis also vor allem eins: Artenschutz und damit bei der Nutzung der Wildbestände der Nachhaltigkeit verpflichtet. gün

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