Lampertheim

Elisabeth-Selbert-Schule Berufsschüler pflanzen Bäume im Freibad / Klima-Aktionstag im Juni

Jugendliche engagieren sich für den Naturschutz

Lampertheim.Nicht protestieren, sondern machen. Das ist die Devise eines neuen Klimaschutzprojekts der Elisabeth-Selbert-Schule. Statt Freitags auf die Straße zu gehen, haben sechs Klassen des beruflichen Schulzentrums ein umfassendes Umweltprogramm auf die Beine gestellt. Den Startschuss gab eine Baumpflanzaktion in den Biedensand-Bädern.

„Die Idee dazu kam von den Schülern selbst“, erklärte Lehrerin Inge Reger, „sie wollten nicht demonstrieren gehen, sondern stattdessen lieber vor Ort etwas leisten“. Reger stellte als Projektleiterin für die Schüler den Kontakt zu den Technischen Betriebsdiensten her – Leiterin Sabine Vilgis war sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Drei junge Bäume pflanzten die Berufsschüler im Alter von 15 bis 19 Jahren zunächst auf der Rückseite des Badesees. Gemeinsam mit ausgebildeten Landschaftsgärtnern und Baumpflegern lernten sie das Pflanzen von der Pike auf: Buddeln, Bohren, Sägen – vom Loch ausheben bis hin zum Bau eines stabilisierenden Holzgerüsts um den noch dünnen Stamm. Für die Fachbereichsleiterin hat die Aktion gleich doppelten Mehrwert. Einerseits sei man sowieso froh um jeden Baum, der neu gepflanzt werde. „Orte dafür zu finden, ist leider nicht ganz so einfach, wie man sich das vielleicht vorstellt“, so Vilgis. In den Biedensand-Bädern pflanze man aber schon seit Jahren neue Bäume nach, auch Blumenwiesen für Insekten entstehen. „Das hatten wir in der Vergangenheit vernachlässigt. Man dachte immer, man habe einen super Bestand“, erklärte Bäder-Chef Jens Klingler. Aber gerade die Extremsommer der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass es um den Bestand doch nicht so gut bestellt sei. Deshalb begrüßte der Erste Stadtrat die werkelnden Jugendliche gerne im Freibad. Gerade Hitze und Schädlinge hätten den Pflanzen arg zugesetzt. Für Sabine Vilgis ist es ohnehin der ideale Ort – abgelegen vom Straßenverkehr-, um mit den Schülern solche Aktionen durchzuführen. „Es ist wichtig“, so die Leiterin der Technischen Betriebsdienste, „bei der Jugend einen guten Zugang zu dem Thema zu bekommen“. Wer etwas selbst gemacht habe, der habe immer einen ganz anderen Bezug zur Umwelt.

So hofft sie auch ein wenig, mit der Aktion Nachwuchs für ihre Abteilung zu generieren. Die Landschaftsgärtner und Baumpfleger waren deshalb schon im Vorfeld an der Schule zu Gast und haben ihre Berufe mitsamt Gerät und Werkzeug vorgestellt. Bei den Schülern kam das offensichtlich gut an, besonders die männlichen Helfer zeigten Einsatz.

Für die Schüler bleibt das keine einmalige Aktion. In einem zweiten, großen Projekt kümmern sie sich um die lebenswichtigen Bestäuber. „Bienen für das Klima, Honig für die Gesundheit“ nennt sich eine Aktion, die alle Lampertheimer in Sachen Umweltschutz vereinen soll. „Wir haben zwei Bienenstöcke gebaut“, so Lehrerin Inge Reger. Ihre Schützlinge sollen von Imkern lernen, sich um die Tiere zu kümmern und schließlich auch Honig ernten. Bei ihren Schülern will es die Lehrerin aber nicht belassen. Sie führe bereits Gespräche mit Kindergärten, dem Seniorenbeirat und der Stadt, „um alle vier Generationen“ am Projekt zu beteiligen. Ein großer Aktionstag soll dann im Juni steigen.

Vielleicht hat sich bis dahin dann auch Nachwuchs für Sabine Vilgis gefunden. Ihre Mitarbeiter haben jedenfalls schon jemanden ausfindig gemacht. „Den nehm‘ ich sofort“, sagt ein Gärtner über Ibiahima Barry begeistert. Der ist gelernter Zimmermann, nur mit dem Deutsch hapert es noch. „Vielleicht ist er ja bald Landschaftsgärtner“, sagte Vilgis augenzwinkernd. ksm

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