Lampertheim

Nachgehakt I Die Räder vieler Schüler weisen Sicherheitsmängel auf / Kontrollen der Polizei sollen weitergehen

Junge Radler ohne Licht unterwegs

Archivartikel

Lampertheim.Die Bilanz der Polizei nach einer Kontrolle vor Unterrichtsbeginn fällt „erschreckend“ aus, wie Lampertheimer Polizeibeamten selbst meinen. Sie haben nach den Herbstferien in den Morgenstunden in der Römerstraße die Fahrräder von Schülern überprüft. Bei 50 Rädern stellten sie „sicherheitsrelevante Mängel“ fest. Bei 21 fehlten Licht, Reflektoren, Klingel oder es war „keinerlei Bremse vorhanden“, wie die Ordnungshüter mitteilen.

„Eine Entwicklung, die wir schon seit langem beobachten“, kommentiert Matthias Seltenreich (kleines Bild), Leiter der Polizeistation Lampertheim/Viernheim, die Ergebnisse. „Bei vielen Jugendlichen ist es verpönt, ein Licht oder Fahrradständer ans Mountainbike zu bauen“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Oder sie haben Beleuchtungen drangeschraubt, die viel zu grell und somit auch nicht erlaubt sind. Solche Probleme gebe es inzwischen aber auch bei den jüngeren Kindern, haben die Beamten beobachtet. „Eltern legen offenbar immer weniger Wert auf die Verkehrssicherheit der Räder“, mit denen ihre Sprösslinge unterwegs sind, bedauert Seltenreich.

Unterdessen fielen bei der Kontrolle in der Dämmerung aber auch etliche Jungen und Mädchen auf, die schlicht vergessen hatten, ihr Licht einzuschalten. Diese durften nach einer Ermahnung durch die Polizisten und dem Einschalten der Beleuchtung ihren Weg fortsetzen.

Schreiben an die Eltern

Dagegen wurde dem Nutzer eines E-Scooters die Weiterfahrt untersagt. Der Scooter habe nicht die Voraussetzungen erfüllt, die für eine Teilnahme im öffentlichen Straßenverkehr nötig sind, begründeten die Lampertheimer Beamten. Dazu gehören etwa zwei voneinander unabhängige Bremsen, Scheinwerfer, Schlussleuchte, Rückstrahler und Seitenreflektoren, erklärt Christiane Kobus, zuständige Sprecherin beim Polizeipräsidium Südhessen auf Anfrage. Das Mindestalter für das Benutzen eines solchen Scooters liegt bei 14 Jahren.

Ob Jugendliche oder Kinder den Weg zur Schule am besten zu Fuß, mit dem Rad oder per E-Scooter zurücklegen sollten, lasse sich pauschal nicht sagen, meint Christiane Kobus. Das hänge jeweils von der individuellen Situation ab. „Sollte es doch ein E-Scooter werden, wäre es allerdings – ähnlich wie beim Fahrradfahren – wünschenswert, dass sich die Eltern davon überzeugen, dass das Kind sich damit sicher im Straßenverkehr bewegen kann“, so die Sprecherin.

Situation wird weiter verfolgt

Die Lampertheimer Schüler, die mit Mängeln an Rad oder Scooter unterwegs waren, erwartet keine Strafe, betonen die Ordnungshüter.

Sie bekamen jedoch ein Schreiben für die Erziehungsberechtigten, in dem diese „zum Nachweis der Mängelbeseitigung“ innerhalb von sieben Tagen aufgefordert wurden. „Und wir werden die Situation auf den Schulwegen in der dunklen Jahreszeit weiter verfolgen“, kündigt Lampertheims Polizeichef Matthias Seltenreich an – zum Wohle der Kinder.

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