Lampertheim

Heimatgeschichte Lampertheimer Kalender zeigt historische Aufnahmen aus der Innenstadt

Kaiserstraße im Wandel der Zeit

Lampertheim.Da kann man schon mal in Melancholie verfallen: Auf den ersten Blick scheint die Schwarz-Weiß-Aufnahme aus der Kaiserstraße nur wenig mit der Realität gemein zu haben. Sie stammt aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Viele Gebäude sind kaum wiederzuerkennen, manche sind gänzlich neu oder für immer verschwunden. Andere haben die Zeit überdauert. Die großformatigen Bilder des Lampertheimer Kalenders sind eine Zeitreise zurück ins Lampertheim verschiedenster Jahrzehnte. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit bietet der Heimat-, Kultur- und Museumsverein (HKMV) rund 400 Stück zum Preis von zehn Euro an. Den Gewinn will die Organisation für einen guten Zweck spenden.

„Ich freue mich, dass der HKMV diese großartige Idee jährlich weiter trägt“, sagte Bürgermeister Gottfried Störmer beim symbolischen Verkaufsstart. Die kurze Übergabe fand im Foyer des Rathauses statt – verkauft wird der Kalender hier in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aber nicht. Geboren wurde die Idee des Lampertheimer Kalenders noch vom „Urvater der Lampertheimer Heimatgeschichte“ und Ehrenbürger Heinrich Karb. 1983 kam der erste Kalender auf den Markt. Nach mehreren Pausen in den Anfangsjahren ist es nun die 26. Auflage. Während in den vergangenen zwei Jahren erst das Unter-, dann das Oberdorf dran waren, widmet sich die neueste Ausgabe nur einem Straßenzug: der Kaiserstraße.

Zwölf Motive hat der Verein aus verschiedenen Jahrzehnten ausgewählt. Sie reichen von der Vorkriegszeit in den 1930er Jahren über die Jahre des Wirtschaftswunders bis in die Umbruchszeiten der 1970er. Die Aufnahmen stammen aus dem Fundus von Ludwig Franz und dem Freundeskreis „Alt Lampertheim“. Die lose Gruppierung hat inzwischen rund 3500 historische Fotos aus der Spargelstadt gesammelt. „Die Motive gehen uns also nicht aus, keine Angst“, erklärte Franz. Er legt Wert darauf, dass sich der Inhalt des Kalenders in bald 40 Jahren noch nie wiederholt hat. Zwar sind manche Gebäude inzwischen mehrfach im Kalender aufgetaucht – allerdings immer aus unterschiedlichen Blickwinkeln oder Zeiten.

„Viele Menschen verbinden mit den Bildern Erinnerungen“, so Störmer. Für Margit Karb, Vorsitzende des HKMV, ist der Kalender aber nicht nur für „Alteingesessene“. „Viele rätseln auch gerne, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Und Neubürger können Lampertheim damit noch mal ganz anders kennenlernen“, unterstrich sie. Die Bilder stünden sinnbildlich für die Entwicklung einer Stadt und würden den Geist der jeweiligen Zeit transportieren.

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