Lampertheim

Bürgermeisterwahl Südhessen Morgen diskutiert am 9. Mai mit dem Amtsinhaber und seinen Herausforderern in der Pfeiffer-Halle

Kandidaten stehen bei Wahlforum Rede und Antwort

Archivartikel

Lampertheim.Diese Bürgermeisterwahl verspricht spannend zu werden. Hatte es lange Zeit erst so ausgesehen, als hätte Amtsinhaber Gottfried Störmer nichts weiter zu tun, als am Abend des 26. Mai die Glückwünsche zur Wiederwahl entgegenzunehmen, muss er jetzt kämpfen. In Marco Steffan und Lothar Pfeiffer hat es Störmer mit zwei Herausforderern zu tun, die ihm zumindest Stimmen, wenn nicht das Amt kosten könnten. Der Südhessen Morgen präsentiert die drei Kandidaten zu einem Streitgespräch, das am Donnerstag, 9. Mai, 19.30 Uhr, in der Lampertheimer Hans-Pfeiffer-Halle stattfindet.

Um ein Haar wären es vier Bewerber um den Chefposten im Stadthaus gewesen, hätte FDP-Fraktionsmitglied Fritz Röhrenbeck nicht im letzten Moment zurückgezogen. Von den anderen im Stadtparlament vertretenen Parteien war schon frühzeitig signalisiert worden: kein Interesse. Eine Haltung, die aus einer nüchternen Chancenbewertung resultierte, wenngleich das Kandidatentrio zum einen als Signal an die Politik verstanden werden kann, dass hier unter Umständen mehr drin gewesen wäre als ein höfliches Abwinken. Zum anderen dürfen die Parteien hierin einen Appell sehen, sich in sechs Jahren mit soliden Kandidaturen zu profilieren.

Lothar Pfeiffer, der FDP nahestehend und im Lampertheimer Wirtschafts- und Verkehrsverein aktiv, hat bereits 2013 in den Wahlkampf eingegriffen und gemeinsam mit dem parteiunabhängigen Gottfried Störmer, dem damaligen Vorsitzenden des TV Lampertheim, Frank Schall, und dem Ersten SPD-Stadtrat Jens Klingler um den Chefposten in der Verwaltung gerungen. Schon damals hatte der heute 65-Jährige den Eindruck erweckt, ihm gehe es dabei vor allem um die Publikation seiner Vorstellungen, die er für das Quartier zwischen Domgasse und Emilienstraße hegt.

Brennpunkt Innenstadt

Wie dieses Areal bebaut werden und zur Belebung der Innenstadt beitragen könnte, sind Überlegungen, die den Liberalen bis heute auf den Nägeln brennen, wie zuletzt die öffentliche Präsentation von FDP-Fraktionsmitglied Stefanie Teufel des Modells einer Multifunktions-Halle dokumentiert hat. Pfeiffer, der in der Bürstädter Straße ein Radgeschäft führt, wird beim Wahlforum des SHM freilich auch zu anderen, für Lampertheim relevanten Themen befragt werden.

Marco Steffan, der sich beruflich als Jurist und Immobilienmakler betätigt, ist vor allem durch sein ehrenamtliches Engagement für die Stiftung Athletes for Charity bekannt geworden. Die sportlich-karitative Initiative setzt sich für erkrankte Kinder ein und unterstützt sie unter anderem finanziell. Er sei mit seinem Bestreben, anderen Menschen zu helfen, an seine Grenzen gekommen. Vom Posten eines Bürgermeisters verspreche er sich die Erweiterung seines Aktionsradius, sagt der 43-jährige Lampertheimer, der mit einer groß angelegten Plakataktion sowie einer Internetpräsenz angetreten ist.

Auf seiner Homepage hat Steffan inzwischen Position zu unterschiedlichen aktuellen Themen und Problemen bezogen. Auf Wahlkampfterminen in der Kernstadt und in den Stadtteilen sucht er den Kontakt zu den Bürgern und fühlt sich von einer Welle der Sympathie getragen – nicht zuletzt durch seine Überzeugung, der richtige Mann dafür zu sein, Entwicklungsblockaden aufzulösen, die das Vorankommen Lampertheims auf zahlreichen Gebieten nach seiner Auffassung hemmen. Mit öffentlichen Äußerungen – etwa zur Höhergruppierung von Verwaltungsgehältern – hat Steffan schon im Vorfeld einige Kontroversen mit dem Bürgermeister riskiert. Auch darüber wird beim Wahlforum zu reden sein.

Neue Strukturen geschaffen

Amtsinhaber Gottfried Störmer, der in der kommenden Woche seinen 60. Geburtstag feiert, betrachtet die vergangenen sechs Jahre als eine Zeit, in der wichtige Weichenstellungen vorgenommen wurden, vor allem in Bezug auf den Stadtumbau, das Stadtmarketing und den Tourismus. Tatsächlich mussten hierfür neue Strukturen innerhalb der Verwaltung geschaffen werden, um die unterschiedlichen Prozesse organisatorisch abzustützen. Die Weiterentwicklung der städtischen Infrastruktur soll ferner auf der Grundlage von Expertisen und Befragungen realisiert werden, die einen gewissen zeitlichen Aufwand nach sich ziehen – und den Amtsinhaber nun unter Druck setzen, Ergebnisse präsentieren zu sollen.

In einer zweiten Amtszeit wolle er sich um die Umsetzung all der Projekte kümmern, für die er sich in den ersten sechs Jahren stark gemacht habe, hofft Gottfried Störmer auf die Geduld der Wähler. Bei der Podiumsdiskussion des Südhessen Morgen in der Pfeiffer-Halle wird er sich mit zwei Herausforderern auseinanderzusetzen haben, die behaupten werden, schlagkräftiger und entscheidungsfreudiger zu sein.

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