Lampertheim

Kirche Pfarrer John-Peter führt Fronleichnams-Prozession an / Höhere Beteiligung als in den vergangenen Jahren / Bazar im verschönerten Pfarrgarten

Katholiken demonstrieren ihren Glauben

Archivartikel

Lampertheim.Seinen Glauben an Gott nicht nur zu besitzen, sondern auch öffentlich zu zeigen, dazu hat jeder katholische Christ die Gelegenheit bei der Fronleichnams-Prozession.

Der Feiertag, einer der höchsten in der katholischen Kirche, wurde in diesem Jahr in Lampertheim von der St. Andreas-Gemeinde organisiert, wobei traditionell im Anschluss an die Prozession ein Gartenfest, genannt der Bazar, stattfindet. In der Kirche Maria Verkündigung begannen die Feierlichkeiten mit einem Hochamt, wobei Pfarrer John-Peter, unterstützt von Pfarrer Virginijus Grigutis und Pater Simon vom Marienkrankenhaus, den Gottesdienst leitete.

In seiner Predigt erzählte John-Peter von seinem Geburtsort in Indien, wo es ein ähnliches Fest gibt. Allerdings wird dort die Maria mit dem Jesuskind durch das Dorf getragen, um Gottes Segen in jedes Haus zu bringen. Letztendlich vereinigen sich alle Dorfbewohner am Altar und vergeben sich gegenseitig ihre Zerwürfnisse und Streitigkeiten. Die Fronleichnams-Prozession hat annähernd den gleichen Hintergrund, nur wird hier die Monstranz mit der geweihten Oblate durch die Straßen getragen.

Der Frevel an der Christusfigur an der St. Andreas-Kirche, der die Beine abgeschlagen wurden, habe ihn besonders getroffen, erinnerte der Pfarrer in seiner Predigt. Solche Äußerlichkeiten könnten aber einen Glauben nicht erschüttern. In Münster ist Jesus als Figur ohne Hände und Beine zu sehen und die abzuleitende Botschaft sei: „Ich habe keine Beine mehr, aber ich hoffe, dass meine Botschaft von euch Christen in alle Welt getragen wird.“ Vor der Kirche hatten die Pfadfinder vom Stamm Guy de Larigaudie sowie die Katholische Kirchenmusik mit Dirigent Markus Niebler Aufstellung genommen. Die Messdiener mit den Pfarrern schlossen sich an – mit dabei die Monstranz unter dem Baldachin. Dahinter ging die Gemeinde, wobei der Zuspruch größer als in den vergangenen Jahren war.

An vier Altären kam die Prozession vorbei: Beim Will, beim Katholischen Krankenhaus, auf dem Schillerplatz, und die Schlussfeier fand vor der Kirche St. Andreas statt. Gegen Mittag begann der traditionelle Bazar im Pfarrgarten. Im Pfarrhaus hatten die Pfadfinder eine Bildergalerie drapiert, die die Verschönerungsaktion im Pfarrgarten dokumentierte. Unter anderem kommt nun der alte Taufstein von 1564 wieder zur Geltung. Auf dem Platz waren Zelte aufgebaut, die Kirchenmusik gab ihr Platzkonzert, und an den Ausgabestationen herrschte bald erhebliches Gedränge. Außer „Andreas-Braten“ und Wurstsalat wurden Pommes frites und Bratkartoffeln angeboten. Dazu kamen noch Eis, Kaffee und Kuchen.

Wie jedes Jahr wurde auch eine Tombola veranstaltet. Für den Nachmittag hatte sich der Männerchor unter Fritz Medert angesagt, um seinen Anteil an der Unterhaltung zu leisten. Einziger Wermutstropfen war ein heftiger Regenschauer am Nachmittag.

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