Lampertheim

Photovoltaik Landwirt Krug hat seine Ginseng-Pläne begraben

Keine Chance gegen den Drahtwurm

Lampertheim/Rosengarten.Unter einer Photovoltaik-Anlage, die auf Ständern auf einem Ackergelände steht, kann nichts wachsen. So die Argumentation des regionalen und örtlichen Bauernverbands gegen die Pläne von Energieried, eine solche Anlage im südlichen Bruchgelände Lampertheims zu errichten (wir haben berichtet). Dass ein Anbau unter diesen Umständen zum Scheitern verurteilt sei, könne man in Rosengarten beobachten.

Dort war Landwirt Hermann Krug 2012 angetreten, um zu beweisen, dass es geht. Sein Vorhaben damals: Unterhalb der Photovoltaik-Anlage sollte Ginseng wachsen. Er brauche wenig Licht und sei auch widerstandsfähig gegen den gefürchteten Drahtwurm. Krug verließ sich seinerzeit auf die Expertise von Fachleuten, die jedoch offenbar die Gefräßigkeit des Wurms unterschätzten. Denn dieser machte den Ginseng-Pflanzen den Garaus.

Bärlauch und Schöllkraut

Auf Anfrage bestätigt Hermann Krug: Ginseng brauche etwa sechs Jahre, um reif zu werden. Nach Ablauf dieser Zeit sei nunmehr festzustellen: „Er hat es nicht geschafft.“ Von den ursprünglich eingesäten Ginseng-Samen seien gerade einmal zehn Prozent aufgegangen. Der Landwirt hat nun stattdessen damit begonnen, Walderdbeeren, Bärlauch, Ingwer und Schöllkraut zu pflanzen. Mit teilweise vielversprechendem Erfolg, was etwa den Bärlauch und das Schöllkraut betrifft – im Unterschied zu den sonnenhungrigeren Erdbeeren. Nach einer gewissen Zeit will Krug die Wachstumsphasen auswerten und entscheiden, auf welchen Anbau er künftig setzen wird.

Der Landwirt hat in Rosengarten und Bürstadt zwei solche Photovoltaikanlagen auf einer Fläche von insgesamt acht Hektar gebaut. Hierfür hat er insgesamt 9,5 Millionen Euro investiert, zusätzlich 30 000 Euro für das Saatgut. Seinerzeit gab es eine Einspeisevergütung von zehn Cent pro Kilowattstunde – gerade noch akzeptabel für eine solche Investition, wie Krug entschied. Mit den Investitions- und den laufenden Kosten, die der Betrieb einer solchen Anlage erfordert, muss Krug wenigstens keine roten Zahlen schreiben. Vorausgesetzt, die Anlage läuft mindestens 20 Jahre. Und er kann sich obendrein sagen, sauberen Strom zu produzieren, den er zu 100 Prozent ins Netz einspeist. urs

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