Lampertheim

Weihnachten I Krippenspiel in der voll besetzten Domkirche / Pfarrerin Sauerwein: Glaube überwindet größte Entfernungen

Kinder erzählen von Jesu Geburt

Archivartikel

Lampertheim.Ob Jakob, Lena, Paulina oder Lara: Eine große Kinderschar saß mucksmäuschenstill in den Bankreihen der voll besetzten und festlich geschmückten Lampertheimer Domkirche und wartete mit den Eltern und Großeltern auf das Krippenspiel, vorgetragen vom Kindertag der Lukasgemeinde. Der Familiengottesdienst an Heiligabend begann 15 Uhr, also blieb den Eltern anschließend noch genügend Zeit, um zu Hause die heiß ersehnte Bescherung vorzubereiten.

Während der Aufführung der Weihnachtsgeschichte stieg die Vorfreude der Mädchen und Jungen umso mehr. Mit ganz großen Augen schauten die zuschauenden Kinder zum Mittelgang, als Pfarrerin Sabine Sauerwein zusammen mit Kirchenvorsteherin Stefanie Eichler, Erzieherin Sarah Lindemann und den Darstellern des Krippenspiels unter dem feierlichen Orgelspiel von Kantorin Heike Ittmann einmarschierten.

Maria und Josef, die Hirten mit Schafen, Hund, Esel, die Wirtin der Herberge und eine Gruppe zarter Engel saßen nun in der vordersten Reihe. Pfarrerin Sabine Sauerwein hieß die Gottesdienstbesucher „herzlich willkommen“. Die Kinder würden jetzt wohl „endlich Weihnachten“ denken und die Erwachsenen „so schnell vergeht die Zeit“, so vermutete die Pfarrerin.

Platz vor dem Altar

Sie erinnerte daran, dass am Heiligen Abend die Geburt Jesu gefeiert wird und dass Gott damit Mensch geworden ist. Der helle Klang der Vleugels-Orgel ertönte, und die Akteure sowie die Besucher stimmten in das Weihnachtslied „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ ein. Kinder aus den Besucherbänken durften nach vorn kommen und vor dem Altarraum auf dem Boden Platz nehmen, um nah am Geschehen zu sein.

Pfarrerin Sauerwein sagte in ihrer Predigt: „Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein Licht, ein groß Licht, und über die, die da wohnen im finstern Lande scheinet es helle. Denn uns ist ein Kind geboren.“ Der richtige Zeitpunkt stand an, gemeinsam das Lied „Alle Jahre wieder“ zu singen, indem das Christuskind auf die Erde niederkommt.

Das sich anschließende Krippenspiel der „Schutzengel“ war eine erfrischende Erzählung der biblischen Weihnachtsgeschichte. Mit dem Inhalt, dass der Kaiser Augustus zu der Zeit regierte und wissen wollte, wie viele Menschen in seinem Reich lebten und diese sich deshalb in Listen eintragen lassen sollten. Dazu musste jeder in seine Heimatstadt reisen.

Josef stammte aus Bethlehem, wohnte aber in Nazareth. Damit war eine Reise fällig, inklusive Übernachtung. Doch Maria war unsicher, denn sie war hochschwanger: Es war Gottes Sohn, Gott wollte zu den Menschen kommen.

Die jungen Mimen der Lukasgemeinde waren in hübsche Kostüme geschlüpft und verkörperten die Figuren des Krippenspiels. Unterhalb der Kanzel hatte dafür Küster Hans Gierlich den Stall aufgebaut, in dem Maria ihr Kind gebärt und in eine Futterkrippe legt. Rechts befand sich ein Tor, aus dem die Wirtin der Herberge trat, die ihren Stall für die Heilige Familie hergab. Unweit hüteten die Hirten ihre Schafherde. Die Darsteller in putzigen Schafkostümen hatten es sich im Altarraum bequem gemacht. Der Hund der Hirten ließ ein freudiges: „Wuff“ erschallen, und der Esel rief: „Iah“.

4143 Kilometer

Große und kleine Engel, allerliebst anzusehen, waren die Ausgesandten von Gott und wuselten um den Neugeborenen, um ihn willkommen zu heißen und zu beschützen auf der Erde. „Geht, ruft es von den Bergen“, intonierte hier Sigrid Wassen-Ohlhäuser auf der Gitarre. Und Elias Bergner, der Pfadfinder des Stammes Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, hielt für die wandernden Maria und Josef die Ortsnamenschilder in die Höhe: „Bethlehem 4143 Kilometer“ (von Lampertheim aus).

Dennoch sei es nur ein Katzensprung bis dahin, erklärte Sauerwein. Der Glauben an das Christuskind komme aus dem Herzen und überbrücke große Entfernungen. Die Pfarrerin wünschte allen eine gute Weihnachtsreise nach Bethlehem. Sie lud die kleinen Gottesdienstbesucher ein, beim Kindertag im Gemeindezentrum der Lukasgemeinde dabei zu sein. „Wir haben immer viel Spaß zusammen“, betonte Sauerwein. Nach dem Weihnachtslied „O Du Fröhliche“ verließen die Gottesdienstbesucher die Domkirche.

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