Lampertheim

Schwanensaal Frankenthaler Theatergruppe sensibilisiert für das Thema Andersartigkeit

Kinder mischen bei Theaterstück mit

Lampertheim.Die Verschiedenartigkeit der Menschen macht das Leben spannend, und alle Zeitgenossen sollten sich mit Respekt und Toleranz begegnen: Diese Botschaft vermittelten die Schauspieler des Frankenthaler Kindertheaters mit ihrem Stück „Irgendwie anders“ am Sonntagnachmittag im Schwanensaal.

Die Darsteller Maria Breuer, Osina Jung und Oliver Dietrich hatten sich ihrer Rollen entsprechend aufwendig geschminkt, waren in hübsche Kostüme geschlüpft und hatten die detailverliebte Bühnendekoration aufgebaut. So stand einer unterhaltsamen Aufführung nichts mehr im Wege. Was nun noch fehlte, war die Besucherschar. Aber nur wenige Theaterinteressierte fanden den Weg in den Schwanensaal.

Das Stück war an das Kinderbuch „Irgendwie anders“ der Autoren Kathryn Cave und Chris Riddell angelehnt. Die Hauptfigur darin: ein Junge mit blauen Haaren. Er ist ruhig, zurückhaltend, einsam, tapsig und sieht mit seinem Haarschopf auch etwas ungewöhnlich aus. Eben anders als die zwei sportlichen Mädchen, die aktiv und geschickt sind – etwa beim Federballspielen.

Die Mädchen sind voreingenommen gegenüber dem Fremden, weil er andersartig ist. Sie geben ihm die Chance mitzuspielen. „Ich kann sein wie die und kann spielen wie die“, macht sich der Junge Mut und die Zuschauerkinder feuern die Spielenden an. Aber er verpatzt es.

Die Mädchen haben keine Geduld, sich mit dem seltsamen Jungen abzugeben. Darum ist er traurig. „Ich mach doch gar nichts anders als die. Findet ihr, dass ich bissel anders bin?“, wendet sich der blauhaarige Junge an die Kinder im Zuschauerraum.

Auch die haben vor allem die auffallende Haarfarbe im Visier. Dennoch finden sie es gar nicht lustig, dass die Mädchen auf der Bühne rumzicken und den Jungen nicht wirklich mitspielen lassen. Ein kleiner Besucher empfiehlt den Mädchen gar, sich bei dem blauhaarigen Jungen zu entschuldigen. Immer wieder wird das junge Publikum in das Spiel einbezogen. Dabei müssen die Schauspieler oftmals improvisieren.

Später lädt der Junge mit den blauen Haaren die Zuschauenden in sein Zuhause ein und singt bedrückt: „Hier lebe ich ohne einen Freund. Komm’ ich nach Haus wartet keiner auf mich. Ich bin irgendwie anders als du.“ Die großen Würfel, die neben dem Haus aufgebaut sind, haben Buchstaben, die das Wort „anders“ ergeben.

Figuren finden ihren Platz

Schon bald klopft es an seine Tür und ein lebenslustiges Mädchen, das auch irgendwie anders ist und aussieht, steht im Raum. Sie erkennt, dass der Junge wunderbar einzigartig ist. Er ist liebenswürdig und kann besonders schön Elefanten malen. Daher singt sie: „Du bist irgendwie anders, und das bin ich auch, und das finden wir gut. Wir sind anders glücklich.“ Die Beiden haben ihren Platz gefunden und strahlen. Zu ihnen gesellt sich eine der Federballspielerinnen. Sie hat erkannt, dass sie zu dem Jungen mit den blauen Haaren gemein war.

Zusammen stimmen die Bühnenakteure in das Lied ein: „Wir sind verschieden, jeder ist anders und wir alle sind gleich, wir rücken zusammen, denn Freundschaft macht reich.“ Nun liegen die Würfel den Darstellern zu Füßen, und es ist das Wort „Freund“ zu lesen.

Zum Abschluss kamen die Schauspieler zu den Kindern in den Zuschauerraum und bastelten mit ihnen einen Graskopf – ein Männchen mit grünen Haaren. roi

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