Lampertheim

Ferienspaß Großes Abschlussfest mit einem Hauch von Nostalgie betont noch einmal das Motto „Alte Spiele – neu entdeckt“ / Bürgermeister dankt Familie Oberfeld

Kinderkirmes auf dem Schillerplatz

Lampertheim.Scheppernd fallen die Dosen von der Budentheke, ein Karussell dreht gemütlich seine Runden. Im Hintergrund leiert eine Jahrmarktorgel. Kinder flitzen rechts und links vorbei, schlängeln sich durchs Gedränge zum nächsten Spielvergnügen. Riesige Hüpfburgen in orange, blau und grün prägen das Bild rund um die Schillerschule: Kinderkirmes in Lampertheim. Zumindest für einen Tag hat Familie Oberfeld den Schillerplatz und den Hof der Grundschule in einen kleinen Freizeitpark verwandelt.

Die Eis- und Schokoladenmacher veranstalten das große Sommerfest für Kinder zum Abschluss der Ferienspiele inzwischen zum 16. Mal. Drei Wochen lang hatte zuvor die Jugendförderung um Susanne Camus mit Lampertheimer Vereinen und Institutionen wie Polizei, Feuerwehr und DLRG vielfältige Aktionen organisiert, um Kindern von sechs bis elf Jahren die Ferien zu versüßen. Das diesjährige Motto „Alte Spiele – neu entdeckt“ setzt auch Familie Oberfeld um. Traditionelle Fahrgeschäfte wie das Karussell, eine Seepferdchen-Schiffschaukel und eben die Hüpfburgen versetzen auch viele Eltern zurück in ihre Kindheit. In eine Zeit, als es noch keine Handys und Videospiele gab, Kinder im Freien spielten und die Zeit miteinander genossen. Zumindest für einige Stunden scheint die digitale Welt vergessen.

Die achtjährige Alexandra steuert zielsicher eine orangefarbene Hüpfburg an. Schuhe und Socken aus und los geht’s. Neben den großen Hüpfburgen gibt es auch eine Kletterwand, an der Kinder gesichert hinaufkraxeln. Daneben springt der Nachwuchs auf Trampolinen mehrere Meter in die Luft. Besonderer Höhepunkt ist in diesem Jahr aber der große, weiße Hai. In der aufblasbaren Wasserrutsche werfen sich die Jungen und Mädchen direkt aus dem Maul des Meeresjägers eine Rutsche hinunter ins Wasser. Dalisha kriegt davon gar nicht genug. Nach drei Runden ist die Achtjährige noch immer nicht müde und stellt sich gleich wieder hinten an. Da stören auch nicht der wolkenverhangene Himmel und ein paar Tropfen, die kurzzeitig runter kommen.

In der Hüpfburg springen Alexandra und ihr Freund Jonathan um die Wette. Das freut auch Mama Anke Krainer, die mit ihrer Tochter schon seit Jahren zum Fest kommt. Vom riesigen Angebot ist sie begeistert. „Im letzten Jahr gab es viel weniger Hüpfburgen“, erinnert sie sich, „da war es zu heiß dafür.“ Beim diesjährigen Motto und den vielen Erinnerungen, die mit den Fahrgeschäften verbunden sind, bekommt auch sie leuchtende Augen. „Für sowas ist man nie zu alt“, findet sie. Jeder solle doch ein bisschen Kind in sich bewahren. Das Spielen überlässt sie aber doch lieber ihrer Tochter und achtet darauf, dass auch nichts passiert.

Dafür sind auch DRK-Bereitschaftsleiter Christian Schmidt und seine Kollegen zuständig. Die DRK‘ler unterstützen – wie bei fast jeder Veranstaltung in Lampertheim – ehrenamtlich – und helfen, wo sie können. Etwa beim Tigerenten-Rodeo im Schulhof, wo der sechsjährige Luca einen rasanten Ritt hinlegt. Größere Unfälle gibt es keine.

Vorfreude auf nächstes Jahr

Die Laune trüben konnte nur Bürgermeister Gottfried Störmer, der neben seinem Dank an Familie Oberfeld in seiner Ansprache auch eine schlechte Nachricht zu verkünden hatte. „Heute ist der letzte Ferientag“, sagte er und erhielt als Reaktion der Kinder ein großes „Ohhh“. Aber: „Wir können uns ja schon auf die nächsten Ferien und das Fest freuen“, munterte das Stadtoberhaupt die Jungen und Mädchen gleich wieder auf. Ein weiterer Trost: Zum Abschluss des Tages gönnten sich fast alle dann doch noch eine Kugel Eis. Oder zwei.

Kurt Oberfeld selbst dankte vor allem seiner Frau Karin und seinen Mitarbeitern, die den ganzen Tag in Hawaiiröcken und buntem Schmuck für den eiskalten Nachschub gesorgt hatten.

Und so blieben Handys und elektronische Spiele für einen Nachmittag tatsächlich Nebensache – zumindest bei den Kindern. Weil das Fest so schön war und ihre Kinder so viel Spaß hatten, waren es am Ende nämlich die Eltern, die reihenweise ihre Mobiltelefone zückten und Erinnerungsfotos knipsten. ksm

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional