Lampertheim

Lukasgemeinde Duo „Alakus“ schließt mit außergewöhnlichem Konzert die Aktionsreihe „Offene Kirche“ / Pfarrerin Sauerwein wünscht Kulturschaffenden Trost und Kraft

Klangvoller Abschluss bereitet gutes Gefühl

Archivartikel

Lampertheim.Ob nach einem anstrengenden Job, turbulenten Tagesverlauf oder nach einem Corona bedingten Homeoffice-Tag – Abschnitte der Ruhe und eine Auszeit vom Alltag braucht wohl jeder Mensch. Das Duo „Alakus“, Ute Kilian und Frank Willi Schmidt, sorgte mit seinem Konzert für Entspannung und gutes Lebensgefühl in der Domkirche. Damit fand die Aktion „Offene Kirche“ jetzt ihren Abschluss.

Pfarrerin Sabine Sauerwein schickte ein herzliches „Willkommen“ an die Klangkünstler sowie an die Besucher und dankte dem Kirchenteam für die Umsetzung des Hygienekonzeptes, damit die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte. Wegen der Pandemie, erklärte Sabine Sauerwein, habe Küster Hans Gierlich das Gotteshaus nicht kuschelig warm heizen und die Temperatur nicht über 16 Grad klettern dürfen.

Auch sprach sie die verheerenden Zeiten der Corona-Pandemie für die Kulturschaffenden an und verdeutlichte: „Ohne Kunst wird es still.“ Aber in der schönen Domkirche sollten Kunst und Kultur nicht verlorengehen. Sauerwein wünschte den Betroffenen, dass sie Trost und Kraft finden würden.

Das Duo „Alakus“ selbst freue sich sehr, die Veranstaltungsreihe mit bereichern zu können, erklärte Ute Kilian. Auf reizvolle Art entlockten die Künstler und Musiker dann ihren Instrumenten die genauso angenehm wie selten zu hörenden Töne. Die emotionalen Eigenkompositionen entpuppten sich als Farbtupfer mit Gute-Laune-Effekt. Die Zuhörenden schlossen dabei ihre Augen und ließen sich von den Klängen verzaubern.

Die Musikstücke erzählen Geschichten und haben ihren Ursprung oft in Beobachtungen der Klangkünstler oder in ihren Vorstellungen. Mit etwas Fantasie konnten die Besucher unter anderem Zugvögel verfolgen, die ihre Flügel ausbreiten und sich in schützender Gemeinschaft zu einem neuen Ziel aufmachen. Beim Titel „Lissabon im Regen“ trommelte Ute Kilian zart die hopsenden Tropfen, später war das fröhliche Erwachen der Natur auf der „Frühlingswiese“ zu hören. Dagegen setzte Schmidt in der Melodie von „Solace“ (Trost) beim Zupfen des Kontrabasses dramatische Akzente, die auch für die schwierigen Zeiten stehen konnten, die der Kultur noch bevorstehen. „Wir wollen mit dem Lied aber auch Hoffnung in die Welt tragen“, sagte Kilian.

Verzückt waren die Besucher vom instrumentalen Pferdegetrappel, dargeboten in „Quendel“. Sogar den Duft des wilden Thymians schienen manche riechen zu können. Beim Abtauchen in die Unterwasserwelt in „Neptuns Garten“ ließ Schmidt seinen Kontrabass brummeln und den Bogen auf den Saiten tanzen. Luftblasen schienen wie funkelnde Diamanten an die Wasseroberfläche zu steigen. Schon die harmonische und flüssige Spielweise der Klangkünstler zeugte von ihrer erstklassigen Spieltechnik.

Frank Willi Schmidt als in der Region sehr bekannter Bassist kitzelte seinen Streich- und Zupfinstrumenten urige, tiefe Töne heraus. Abwechselnd griff er zu Akustik- und Kontrabass, nur beim letzten Lied, geschrieben in Südfrankreich, zur Akustikgitarre. Im Urlaub habe er eben immer seine Gitarre dabei, sagte er schmunzelnd.

Ute Kilian spielt seit Kindheitstagen verschiedene Instrumente und ist in Entspannungstechniken ausgebildet. Fingerfertig bediente sie die Instrumente der Musik- und Klangtherapie, wie Metall-Handtrommeln, das Koshi-Klangspiel, das kristallklare Töne hervorbringt, und den Schlagtopf Udu. Das gemeinsame Spielen vereinte somit sanfte, magische Wohlfühlklänge mit den warmen, erdenden Basstönen, die im Verbund durch die Domkirche schwebten.

Im Frühling werde es wieder die Aktion „Offene Kirche“ geben, versprach Sabine Sauerwein. Und wieder werde „Alakus“ mit von der Partie sein.

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