Lampertheim

Lampertheim Gleichstromtrasse Ultranet sorgt weiterhin für Gesprächsstoff / Bundeswirtschaftsministerium stellt Gesetzeslage mit Blick auf alternative Varianten klar

Kleiner Erfolg im Protest gegen Trasse

Lampertheim.Im Streit um den Bau der künftigen Ultranet-Trasse bei Lampertheim glätten sich die Wogen. Zumindest ist der Ton moderater geworden, nachdem sich das Wirtschaftsministerium in Berlin eingeschaltet hat. Demnach muss der Netzwerkbetreiber Amprion mehrere alternative Trassen für die Gleichstromleitungen berücksichtigen, wenn die Bundesnetzagentur eine von der Stadt vorgeschlagene Variante aufführt. Das gelte insbesondere im Hinblick auf den Abstand zur Wohnbebauung, wird in dem Schreiben aus Berlin betont.

„Positive Botschaft“

Auch der Netzbetreiber mit Sitz in Dortmund setzt auf Entspannung. Nachdem nun bekannt wurde, dass Amprion im eingereichten Antrag auf Planfeststellung der Starkstromtrasse den im Sommer eingereichten Verschwenkungsvorschlag der Stadt Lampertheim aufgeführt hat, gibt sich auch Bürgermeister Gottfried Störmer vorsichtig optimistisch. „Grundsätzlich ist das eine positive Botschaft, die man anerkennen muss“, sagte der Rathauschef auf Anfrage des Südhessen Morgen.

„Verschwenkung“ bedeutet in diesem Zusammenhang übrigens, dass die Leitung parallel versetzt werden soll. Über die möglichen Chancen, die der Lampertheimer Vorschlag für eine alternative Trasse hat, will sich der Rathauschef nicht auslassen. Gleichwohl sei es die richtige Folgerung von Bundesnetzagentur und Amprion, den Vorschlag der Stadt aufzugreifen.

Hier liegt allerdings der Hase im Pfeffer. Denn die Behörden müssen bei einem Planfeststellungsverfahren ohnehin ernsthafte Alternativen zum ursprünglichen Vorschlag prüfen. So will es der Gesetzgeber. Bis ein solches Verfahren in die Gänge beziehungsweise zum Abschluss kommt, dürften noch einige Monate ins Land gehen. Vor 2021 dürfte der Bau der Ultranet-Trasse wohl kaum starten, sagt Störmer. Der geplante Bau der Starkstromtrasse auf Lampertheimer Gemarkung sorgt seit Monaten für Unruhe.

Kritische Anwohner

Das Unternehmen Amprion will die neue Gleichstromtrasse Ultranet über eine bereits bestehende Überlandleitung spannen. Kritische Anwohner haben sich deshalb zur Interessengruppe (IG) „Wir stehen unter Strom für Lampertheim“ zusammengetan, um das abzuwenden. Sie argumentieren vor allem mit möglichen Risiken für die Gesundheit durch eine Gleichstromtrasse. Dies, zumal es keine Langzeitstudien über mögliche gesundheitliche Risiken gebe. Dennoch plante das Unternehmen Amprion mit der gleichen Trasse, über die heute Wechselstrom fließt.

Das Problem: Sie liegt nur etwa 120 Meter von den Wohnhäusern entfernt. Nachdem die Pläne bekannt wurden, sind sich die Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung einig: Die Stadt muss sich im Sinne der betroffenen Menschen starkmachen und Widerspruch gegen das Projekt einlegen. Das ging so weit, dass sich dann auch die drei Bergsträßer Bundestagsabgeordneten Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), Michael Meister (CDU) und Till Mansmann (FDP) mit einem Schreiben an das Wirtschaftsministerium wendeten.

Das gemeinsame Schreiben in der Angelegenheit hatten die Bundestagsabgeordneten im direkten Anschluss an einen Vor-Ort-Termin mit der Lampertheimer Bürgerinitiative „Wir stehen unter Strom“ im Wohngebiet Rosenstock verfasst. Sicher, die Antwort aus Berlin ist freundlich. Etwas zu bedeuten hat sie formal aber erst einmal nicht.

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