Lampertheim

Sonntags bei Anton Schüler stellen provokative Thesen vor

Klimaschutz vor Freiheit?

Lampertheim.Für Diskussionsstoff sorgten jetzt fünf Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs des Lessing-Gymnasiums aus dem Leistungskurs „Politik und Wirtschaft“ von Anna Werner. Diese waren zu Gast bei „Sonntags bei Anton“ im Alten Rathaus und setzten sich im öffentlichen Forum für freie Meinungsäußerung mit dem Thema „Probleme unserer Demokratie und Verbesserungsvorschläge“ auseinander.

Neben den Klassenkameraden waren auch zahlreiche Bürger erschienen, die am regen Austausch interessiert waren. Die fünf Abiturienten stellten ihre Thesen zur Sicht auf unsere demokratische Gesellschaft in der Runde vor und gaben diese zur Diskussion ins Plenum. Gemeinsam mit Veranstalter und Philosoph Anton Schmitt moderierten sie das Forum und schufen so eine Plattform für den Dialog zwischen „Jung und Alt“.

Öffentlich Meinung äußern

„Das wichtige Ziel ist, dass man im öffentlichen Raum seine Meinung äußern kann“, erklärte Schmitt zum Format. Es sei dabei von Bedeutung, dass dies in einem persönlichen Rahmen geschehe: „Das ermöglicht, dass die Kommunikation zwischen den Generationen wieder zustande kommt.“ Hannah Gräff, Selina Schikor, Zerin Uygt, Adrian Mirceta und Adrian Hartl stellten mehrere Thesen zur Diskussion. Diese reichten von Sterbehilfe als Grundrecht über die Einführung der Todesstrafe für Schwerstkriminelle bis hin zur Abtreibung als Mord.

Auch Islamismus als Gefährdung für die nationale Sicherheit oder die Frage nach einem bedingungslosen Grundeinkommen standen zur Debatte. „Die Schüler haben Thesen gewählt, die zum größten Teil schon sehr provokativ sind“, betonte Anton Schmitt. Hierdurch entstand eine kontroverse Diskussion. Besonders rege diskutiert wurde der demografische Wandel. Kritisiert wurden dabei die hohe Zahl an Nichtwählern und das hohe Mindestalter für Wahlen. Die Lösungsvorschläge reichten von einer eigenen Partei für Jugendliche bis zu einem Jugendbeirat, der in Lampertheim bereits vorhanden ist.

Stärken und Raum geben

Anton Schmitt erklärte abschließend: „Es wächst ein immer neues Innovationspotenzial nach. Wir müssen es stärken und ihm Raum geben.“ Auch die Frage, ob Freiheitsrechte für den Klimaschutz eingeschränkt werden sollten, wurde ausführlich diskutiert. Dabei kamen ein Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen, die Streichung von Inlandsflügen und der Ausbau des Nahverkehrs auf den Tisch.

Am Ende blieb die Frage, was Freiheit heute noch bedeutet. „Es ist die Aufgabe des Staates, normative Richtlinien an die Hand zu geben“, betonte Schmitt. So sei die Frage, wie man diese in Bezug auf den Klimaschutz umsetzen könne.

Die nächsten Möglichkeit zum Austausch bietet das Forum am ersten Sonntag im Dezember. Bei der letzten Sitzung in diesem Jahr wird rund um das Thema „Verantwortung“ diskutiert. av

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