Lampertheim

Gesundheit Jutta Weikel referiert über seelische Störungen / Ärztin an neuer Einrichtung

Klinik bietet Hilfe bei Altersdepressionen

Lampertheim.Der Seniorenbeirat hatte Jutta Weikel, Oberärztin und Leiterin der Vitos psychiatrische Tagesklinik Lampertheim zum Referat über Altersdepressionen eingeladen. Vorab stellte Weikel die Einrichtung und deren Angebote in der Seniorenbegegnungsstätte vor.

Die Ambulanz im Erdgeschoss sei wie eine normale Arztpraxis aufgebaut. In der ersten Etage befinden sich Behandlungseinheiten. Ziel sei, alle Menschen, die sich mit psychischen Problemen an die Einrichtung wenden, zu versorgen. Weikel fügte hinzu: „Wir haben eine Termin- und auch eine Notfallsprechstunde.“ Weil die Klinik erst im Januar ihren Betrieb aufgenommen hat, seien freie Kapazitäten vorhanden. Behandelt würden Betroffene mit seelischen Störungen, Schwerpunkt seien Depressionen. Aber auch Angst- und Belastungsstörungen, geistige Behinderungen, Alters- und Abhängigkeitserkrankungen sowie ADHS würden behandelt.

Zusammenarbeit mit Partnern

Die psychiatrische Tagesklinik arbeitet mit Partnern vor Ort zusammen wie mit dem St.-Marien-Krankenhaus, der Diakonie, der Caritas und der PsH für psychisch erkrankte Menschen im Betreuten Wohnen. „Wir brauchen die Unterstützung der regionalen Partner“, betonte Weikel. Den Betroffenen, die sich in der Ambulanz in der Emilienstraße anmelden, werde geholfen, bis es ihnen wieder besser geht. Das heiße, die Menschen, die ein psychologisches Problem oder eine Krankheit haben, erhalten eine Therapie, so dass sie ihre Selbstständigkeit im persönlichen Alltag zurückerhalten und sie wieder in ihr soziales Umfeld eingegliedert werden. Für manche Betroffene sei es jedoch schon ein schwerer Gang, aus eigenem Antrieb zur Tagesklinik zu kommen.

Viele sind betroffen

Da es in Deutschland immer mehr ältere Menschen gebe, steige auch die Anzahl der Menschen, die im Alter psychologische Probleme haben. Psychische Störungen im Alter seien Depressionen, Demenzen und Suchterkrankungen. So gebe es zahlreiche Senioren, die ein Alkoholproblem hätten. Von einer Altersdepression spreche man, wenn der Patient über 60 Jahre ist und die Erkrankung das erste Mal in seinem Leben auftritt. Oftmals zeige die Erkrankung leichtere Verläufe. Die Symptome seien Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Interessensverlust, Freudlosigkeit, Antriebsmangel, Ängste, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und schnelle Ermüdung.

Lebensmüdigkeit hingegen sei eine lebensgefährliche Form. Die Folgen der Erkrankung seien der soziale Rückzug. Und Einsamkeit sei ein ganz schlechter Faktor, betonte Weikel. Das Wichtigste sei die Zuweisung zum Facharzt und diagnostische Gespräche mit den Betroffenen zu führen. Als Tipp, wie man vorbeugen kann, nannte Weikel soziale Kontakte pflegen, Erfolgserlebnisse schaffen, die Autonomie stärken, die Wohnumgebung verbessern. In Bensheim haben sich Findige eine Ü90-Party eingerichtet, die zuerst belächelt, dann aber zum Renner wurde, berichtete Weikel in der Seniorenbegegnungsstätte.

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