Lampertheim

Kultur KiL lädt zur Eröffnung einer Ausstellung ein und gibt Änderungen bekannt

Künstler gehen neue Wege

Archivartikel

Hofheim.Bernhard Hossner und Bernd Kalusche, Mitglieder der Künstler-Initiative Lampertheim (KiL), bereiten die kommende Ausstellung „KiL & Friends und die Sicht aufeinander“ vor, die am 9. November eröffnet wird. Sieben Künstler stellen aus. Sie sind in den verschiedensten Kunstrichtungen tätig, aber für die Schau betreten sie auch Neuland. Mit dem Erkunden anderer Techniken und Ausdrucksformen will die Ausstellung den Kunstschaffenden einen Raum für neues Denken und Arbeiten bieten.

„Die Künstler lassen erleben, was interessiertes aufeinander-Zugehen bewirken und wie sich Fremdheit wandeln kann“, erklärte Bernd Kalusche. Er hat zum ersten Mal in seiner Künstlerlaufbahn große Holzskulpturen mit leichten Stahlkonstruktionen geschaffen. „Dafür musste ich erst einmal Schweißen lernen“, verriet der Bürstädter im Pressegespräch.

Hinzu kommen Gemälde, die das Farblose von Holz und Stahl noch einmal betonen. Passend zu seinen Kunstwerken hat Doris Heise-Lück aus Rödermark Aquarelle in Naturfarben gemalt. Der Zusammenhang von den in der Natur beheimateten Materialien kehre in den Aquarellen von Heise-Lück wieder. Bernhard Hossner ist vor allem für seine raffinierten Kunstobjekte aus Holz bekannt. Für die Galerie hat er freistehende Plastiken und Wandreliefs gearbeitet. Auf diese Werke lassen sich Heidi Darjes malerischen Arbeiten ein. Die Hemsbacherin richtet sich mit der Farbwahl und Thematik nach den Produkten Hossners.

Schönheit der Natur

Wolfgang Kraus zeigt Foto- und Videoarbeiten. Der Frankfurter hat die Beheimatung in der Natur und die faszinierende Schönheit von zunächst unspektakulär scheinenden Bewegungen von Wind, Wasser und Wolken eingefangen. Diese scheinbare Leichtigkeit der Bewegungsabläufe nahm der Bürstädter Johannes Kleineberg auf und stellte schwingende Papierskulpturen her. „Diese Werke faszinieren die Augen durch Schwerelosigkeit, Schlichtheit und technischen Raffinement“, machte Kalusche neugierig.

Diesem Aspekt folgten auch die betörend schönen Schmuckstücke von Sylvia Markgraf aus Hüttenfeld. Denn dem Schmuck hafte die Ausstrahlung von Naturmaterialien wie Lava, Metall und Stein an. Die Materialien werden durch die gekonnte Zusammenstellung, kunsthandwerkliches Können und virtuose Präsentation zum Kunstwerk. „Die Künstler möchten ein Stück problematische Wirklichkeit der Gegenwart aufgreifen und kommentieren“, erklärte Kalusche. Dabei gehe es nicht speziell und nur um den Blick auf fremde Menschen – Stichwort Migration –, sondern um den Blick auf das zunächst Fremde und die menschliche Fähigkeit und Bereitschaft, einander wahrzunehmen. Und das selbstsicher, aber nicht überheblich, neugierig aber nicht unterwürfig, lernbereit, aber nicht orientierungslos.

Der professionelle Kunstbetrieb sei ein Haifischbecken, denn er lebe in ständiger Konkurrenz, erklärte Kalusche. Den Ausstellern sei jedoch bewusst, dass sie wichtige Wegbegleiter haben, dass es Anreger gebe, Unterstützer und Kritiker. Doch bevor die Ausstellung gezeigt werden kann, müssen Kalusche und Hossner noch ihre Ärmel hochkrempeln und ihre handwerklichen Fähigkeiten einsetzen: Die Ausstellungsräume müssen umgebaut werden, denn die Ausstellung „KiL & Friends“ soll ein Aufbruch sein. Der Anlass: In der KiL hat es personelle Veränderungen gegeben. Kalusche und Hossner haben sich für eine inhaltliche und organisatorische Erneuerung entschieden. „Wir werden uns in zweierlei Hinsicht nach außen hin neu öffnen“, betonte Kalusche. Ein Weg führe zu einer qualitativ verstärkten Öffnung für Künstler und Künstlergruppen und ein weiterer zu mehr Basisarbeit.

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