Lampertheim

Förderverein Domkirche 150 Gäste lassen sich bei Weinprobe in der ehemaligen Notkirche edle Tropfen schmecken

Kulinarisch, lustig, informativ

Lampertheim.Rund 150 Gäste ließen es sich in der ehemaligen Notkirche so richtig gut gehen. Sie waren der Einladung des Fördervereins Domkirche gefolgt und erlebten eine kulinarische, lustige und informative Weinprobe.

Die 25 helfenden Vereinsmitglieder um ihren Vorsitzenden Herbert Eichenauer hingegen waren voll eingespannt, um den Gästen den vergnüglichen Abend zu bereiten. Sie kredenzten die ausgewählten Weine von der Ahr, gaben die warmen Speisen – Schweinekammbraten und Rinderbraten – aus und erledigten die Küchenarbeiten. Und auch im Vorfeld waren zahlreiche Arbeiten zu bewältigen gewesen. Susanne Braun und Silke Eberhard bewiesen ein kreatives Händchen und zauberten für den feierlichen Anlass hübsche Tischdekoration, die am Schluss käuflich erworben werden konnte. Eine verantwortungsvolle Aufgabe sei gewesen, die perfekten Weine für die Verkostung auszuwählen, sagte der zweite Vorsitzende des Fördervereins, Rudolf Steffan. Er sowie der Weinfachmann und stellvertretende Dekan Karl Hans Geil hatten sich auf den Weg ins Anbaugebiet der Ahr gemacht, probiert, beurteilt und letztendlich Weiß-, Rosé- und Rotweine in Spitzenqualität ausgesucht. Die kostbare Fracht im Gepäck, trafen sie wieder in Lampertheim ein.

Im Fokus des Einkaufs stand die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr. Mayschoß ist eine Gemeinde und Fremdenverkehrsort im Landkreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz). „Die Winzergenossenschaft ist die älteste der Welt. Im Jahr 1868 gründeten Weinbauern an der Ahr den Mayschoßer Winzerverein“, betonte Geil als Weinprobenleiter. Dort lebten und arbeiteten sehr engagierte Ahr-Winzer, die die klimatischen Vorteile bei der Kultivierung von Reben zur Herstellung des Weins nutzten. Eine Gemeinsamkeit mit Lampertheim konnten die Besucher sogleich feststellen: Im vergangenen Jahr feierten die Ahr-Winzer das 150-jährige Bestehen der Genossenschaft und die Lukasgemeinde 150 Jahre Domkirche Lampertheim. Weil die Ahr – nach dem gleichnamigen Fluss benannt – eines der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands ist, erhielt es in der Weinprobe des Fördervereins auch den Titel „Klein, aber fein“. Denn die Ahr-Winzer setzten auf Klasse, statt auf Masse, stellte Geil heraus.

Filme über Anbaugebiet

Damit sich die Gäste ein Bild von der schönen Landschaft mit den Steilhängen und dem Weinanbaugebiet machen konnten, hatte der moderierende Karl Hans Geil zwei Filme vom Deutschen Weininstitut organisiert, die nun im Hintergrund gezeigt wurden. Matthias Braun verwendete seine Schnappschüsse und fertigte eine Präsentation über den Weinbau an. Und sogleich fühlten sich die Weinliebhaber in das Paradies für Genießer versetzt. Überhaupt gelte die Ahr als Rotweinparadies, erklärte Geil. Obendrein hatte Fördervereinsvorsitzender Eichenauer gleich am Anfang empfohlen: „Der Wein soll Ihr Herz erfreuen.“ Und schon wurde in der Präsentation ein Herz als Rebenerziehungsmethode eingeblendet. Das heißt, die Winzer haben die Reben halbkreisförmig nach unten gebogen und zu einem Herz geformt. Eichenauer las aus dem Buch des Autors Otto A. Böhmer „Hegel & Hegel – oder Der Geist des Weines“ – das Georg Wilhelm Friedrich Hegel, einen der bedeutendsten deutschen Philosophen, und seinem regelmäßigen und gehörigen Weinkonsum gewidmet ist.

Weil ein perfektes Dinner mit einem Dessert abgerundet wird, servierten die Fördervereinsmitglieder eine Vielzahl von Kuchen und Torten. Eine große, süße Köstlichkeit, die mit einem Bild der Domkirche verziert worden war, hatte ein Gemeindemitglied gespendet. Der Erlös der Veranstaltung fließe in das Großprojekt Vleugels-Orgel. „Wir müssen noch zwei Jahre Darlehensrückzahlungen bestreiten. Betragsmäßig sind das rund 20 000 Euro“, erklärte Herbert Eichenauer. Gleichzeitig resümierte er: „Es war eine wunderschöne Weinprobe.“

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