Lampertheim

Bauausschuss SPD und FDP setzen aus wirtschaftlichen und zeitlichen Gründen nicht ausschließlich auf Campus-Lösung

Kulturstätte: Koalition bringt Pfeiffer-Halle ins Spiel

Lampertheim.Über die Einrichtung einer Kulturstätte berät der Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschuss in seiner Sitzung am heutigen Donnerstagabend. Das Gremium will einen Beschluss für die Stadtverordnetenversammlung fassen. Auf diesem Weg soll die Stadtverwaltung damit beauftragt werden, ein Konzept für eine Kulturstätte auf dem künftigen Biedensand-Campus zu erarbeiten. Doch die SPD/FDP-Koalition räumt der Campus-Variante in der Debatte über eine Kulturstätte keinen Exklusivanspruch ein.

Stattdessen wollen Sozialdemokraten und Liberale in der Ausschusssitzung heute Abend einen Änderungsantrag einbringen. Darin fordern sie die Prüfung von Alternativen zu einer Kulturstätte auf dem Campus. Konkret geht es ihnen dabei um den Aus- und Umbau zweier bereits bestehender Veranstaltungsstätten: der Zehntscheune und der Hans-Pfeiffer-Halle.

Die Sanierung der Zehntscheune in der Römerstraße stehe, so SPD-Fraktionschef Marius Schmidt und FDP-Fraktionsmitglied Fritz Röhrenbeck, ohnehin auf der Agenda des Konzepts zum Stadtumbau. Für die Zehntscheune spreche die zentrale Lage. Auch würde sich die Einrichtung nach einer Modernisierung als Bühne für vielfältige kulturelle Veranstaltungen eignen.

Schulsport und Kultur

Unterdessen biete die Hans-Pfeiffer-Halle Räumlichkeiten für große Veranstaltungen. Auch mit Blick auf die Nutzung durch den Schulsport sei eine Sanierung der Halle in Verbindung mit einer geeigneten und attraktiven Ausstattung sinnvoll. Das Foyer ließe sich für kleinere bis mittlere Veranstaltungen nutzen. Für die Pfeiffer-Halle sprächen zudem die bereits vorhandenen Parkplätze. Auch gäbe es keine Lärmkonflikte mit Anwohnern wie unter innerstädtischen Bedingungen.

Die Koalitionäre wollen mit ihrem Änderungsantrag deshalb erreichen, dass die Verwaltung bei der Aufstellung eines Konzepts auch die Hans-Pfeiffer-Halle einbezieht und die Zehntscheune im Hinblick auf ihre Modernisierung mitberücksichtigt. Wie Fraktionsvertreter im Pressegespräch begründeten, habe Landrat Christian Engelhardt als Verantwortlicher für den Bildungs-Campus angedeutet, dass Lampertheim eine Kulturstätte auf dem Gelände selbst finanzieren müsste. Zum wirtschaftlichen Risiko gesellten sich die ungewissen Zeitabläufe, denen eine Kulturstätte auf dem Campus unterliege. Die Koalitionäre gehen von einer Realisierung nicht vor Mitte des kommenden Jahrzehnts aus. Sie machen allerdings auch deutlich, dass ein Umbau der Pfeiffer-Halle angesichts der Haushaltsentwicklung von der Frage der Fördermittel abhänge.

SPD wie FDP bekennen sich gleichwohl zu ihrem früheren Beschluss für einen Investorenwettbewerb für das innerstädtische Quartier zwischen Domgasse und Emilienstraße. Ein Investitionsprojekt mit kultureller Nutzung sei an dieser Stelle nicht als Konkurrenz zu einer Kulturstätte zu sehen. urs

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