Lampertheim

Hüttenfeld Theaterverein ZwiBuR unterhält Publikum aus Anlass des 25-jährigen Bestehens mit Kabarett und Musik

Laienschauspieler jubilieren

Archivartikel

Hüttenfeld.Vor 25 Jahren haben sich die Hüttenfelder Laienschauspieler zum Verein ZwiBuR zusammengeschlossen. Grund für die Theaterleute, ihr Kabarett auf dem Hof von Heike und Klaus Ehret groß aufzuziehen. Ganz nach dem Motto des Abends: „Ma kennt mol wia“. Über 200 Zuschauer, unter ihnen auch Bürgermeister Gottfried Störmer und Ortsvorsteher Karl Heinz Berg, trotzten der schwülen Hitze. Der einsetzende Regen, der dem Spargelfest in Lampertheim sehr zusetzte, kam in Hüttenfeld als willkommene Abkühlung an, denn dank des aufgebauten Zeltes saßen die Leute im Trockenen.

Das humoristische Feuerwerk, das die ZwiBuR-Akteure auf der Bühne abbrannten, wurde später durch Gäste aus Fürth im Odenwald ergänzt. Die „Oigeborne“ sind eine „Mundart-Band“, die bekannte Songs umdichtet. Beide Gruppen unterhielten das Publikum mit kleinen Pausen von 19 bis 24 Uhr. Das Motto „Ma kennt mol wia“ wurde von Jochen Köcher in seinem Intro aufgegriffen.

Ralf Ehret stimmte musikalisch an „ZwiBuR macht heit e Feier“ – der Song „We didn’t start the fire“ von Billy Joel stand hierfür Pate. Dann gab es Nachrichten vom „Kanal freies Hüttenfeld“ (verlesen von Renate Szcepaniak und Alexandra Plenert). Raum hatte auch das Thema „Zweierbeziehungen“. So spielten Renate Szcepaniak, Ralf Ehret und Jochen Köcher, wie ein Rendezvous im Zeitalter des Internets abläuft.

Liebe in Zeiten des Internets

Eine weitere Nummer zu diesem Thema lieferten das (auch im wirklichen Leben) Ehepaar Manuela und Ronald Ehret in ihrer Fortsetzungsserie „Szenen einer Ehe“. Hier machte der Papa dem noch nicht gezeugten Sprössling eine Rechnung auf, was ein Kind kostet. Jürgen Rudolph und Ronald Ehret ließen sich über den Videobeweis beim Fußball aus. Einem eher unappetitlichen Thema widmete sich Rudolph zusammen mit seinem Partner Bodo Ehret auf der Parkbank. Ihrer Ansicht nach sind Hundekot-Tüten mit verantwortlich für Meerverschmutzung und Walsterben. Bruno Ehret brillierte in seiner Rolle als Zeitungsmotzer. Immer wieder trat er auf die Zinken einer Gartenharke, die knallend an seinem Kopf landete. So müsse es auch Trump, Putin und Erdogan ergangen sein, wolle man ihr weltpolitisches Handeln verstehen.

Wie immer bei ZwiBuR wurde auch viel gesungen. So gab Andrea Caspar-Thron nach jahrelanger Bühnenabstinenz ein beachtliches Comeback. Sie beschrieb die Situation, wenn Kinder Kopfläuse mit nach Hause bringen und Erlebnisse einer Putzfrau auf dem Schulklo („Ti amo“ von Umberto Tozzi musste dafür herhalten).

Eine polnische Putzfrau verkörperte Heike Ehret. Sie wunderte sich über die deutsche Mülltrennung und deutsche Männer mit Socken in Sandalen. Ein Höhepunkt war die Nummer von Jochen Köcher (Melodie „Manamana“) über die neue Müllordnung des Abfall-Zweckverbands ZAKB. Klaus Ehret und Michael Heinrich reckten dabei ihre Köpfe aus zwei schwarzen Mülltonnen. Andrea Caspar-Thron und Walter Tiedemann wetteiferten mit Behinderungen, um an einen begehrten Job zu kommen. Pia und Kim Rendl sowie Anna Fleig und Dane Ehret chillten auf dem Sofa. Der Aufforderung ihrer Mutter (Alexandra Plenert), „ma kennt mol wia“, hatten die Gören mit Hilfe von „Alexa“ immer etwas entgegenzusetzen.

Nach einer Umbaupause betraten die „Oigeborne“ aus dem Odenwald in gelben Gummistiefeln die Bühne. Mit Wortwitz modifizierten sie Songs wie „Meneater“ von Hall & Oates um in Odenwälder Dialekt („Isch haaß gern Dieter“). Aus „Bakerstreet“ wurde „noch Berge zieht“ (nach Birkenau zieht) und „Move it“ aus Madagaskar wurde zum Ohrwurm: „Isch find moi Schuh moi Schuh net“. Neben der humoristischen Komponente überzeugten die fünf Männer und eine Frau auch musikalisch. ron

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