Lampertheim

Biedensand-Campus I Landrat Christian Engelhardt pocht bei Großbauprojekt auf Wirtschaftlichkeit

Lampertheimer Altrheinhalle könnte bald Geschichte sein

Archivartikel

Lampertheim.Die Altrheinhalle soll für den Neubau des Lessing-Gymnasiums (LGL) weichen. Das bekräftigte Landrat Christian Engelhardt (kleines Bild) am Montag in einem Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“ und erteilte damit Forderungen der Lampertheimer Sozialdemokraten eine klare Absage. Diese hatten sich – im Interesse der Vereine, die die Halle mitnutzen – für einen möglichst langen Erhalt der Sporthalle während des großangelegten Bauprojekts zum Biedensand-Campus starkgemacht.

Der Bau des neuen Schulzentrums müsse „möglichst wirtschaftlich sein“. „Schließlich wird er aus Steuergeldern finanziert“, betonte der Landrat. Daher sei es notwendig, die Halle in einem ersten Schritt abzureißen. Denn die Fläche werde für das neue LGL gebraucht, das als zweiter Schritt in dem sogenannten Baukastensystem entstehen soll.

Der Kreis habe auch die jetzige Altrheinhalle mitfinanziert und zahle „einen erheblichen Teil der Betriebskosten“, machte Engelhardt deutlich. Als Schulträger müsse er vor allem die Belange der Schüler im Auge haben. Dass sich Lampertheimer Politiker um die Trainingskapazitäten der ortsansässigen Sportvereine sorgten, verstehe er aber. Auch er wolle die Ehrenamtlichen in den Vereinen – soweit es gehe – unterstützen. Daher werde nun versucht, den Bau einer neuen Sporthalle auf dem Campusgelände vorzuziehen. Auf dem Biedensand sollten die Lampertheimer schließlich nicht zehn Jahre auf eine Turnhalle verzichten müssen.

Kanu-Club bietet Hilfe an

Aus diesem Grund soll das Architekturbüro, das in der kommenden Planungsphase 1 die weiteren Ausarbeitungen zum Lampertheimer Biedensand-Campus übernimmt, nach einem anderen Platz für die neue Sporthalle suchen. Bisher war angedacht, die Halle auf der riesigen Grünfläche zu errichten, die durch den Abriss des jetzigen Lessing-Gymnasiums und der Alfred-Delp-Schule entstehen wird.

Einen tiefgreifenden Konflikt zwischen Schulgemeinschaften und Lampertheimer Vereinen habe er in der Planungsphase 0 nicht feststellen können, erklärte Engelhardt. Im Gegenteil: Der Kanu-Club beispielsweise habe sogar angeboten, seine eigene Halle in der Zeit des Wegfalls der Altrheinhalle für Turnunterricht zur Verfügung zu stellen.

In der Planungsphase 0 hatten sich bei 28 Workshop-Terminen Vertreter der vier Schulen am Biedensand (LGL, Alfred-Delp-Schule, Elisabeth-Selbert-Schule und Biedensandschule), der Vereine, der Lebenshilfe, der ansässigen Kindertagesstätten sowie von Stadt und Kreis gemeinsam mit dem interdisziplinären Planungsbüro Lernlandschaften Gedanken darüber gemacht, was die neuen Lampertheimer Schulen und der Campus brauchen könnten, um einen zukunftsgewandten Unterricht anzubieten. Auch Exkursionen wurden zu diesem Themenfeld unternommen.

Möglichkeit zur Differenzierung

„Der Unterricht wird künftig vielseitiger sein – weniger im Klasserverband, sondern vielmehr in unterschiedlichen kleineren Lerngruppen stattfinden“, sagt Engelhardt. Dafür brauche man neben Klassensälen kleinere Räumlichkeiten, die Möglichkeiten zur Differenzierung, aber auch zum Gelingen von Inklusion böten.

Die technische und mediale Ausstattung der neuen Lampertheimer Bildungseinrichtungen sollte dabei ebenfalls so aktuell wie irgendmöglich sein.

Die beteiligten Akteure hätten bei den Workshops aber auch immer wieder ihre Bereitschaft bekundet, Synergien nutzen zu wollen. In einer Pressekonferenz am heutigen Mittwochmorgen sollen die Ergebnisse der Planungsphase 0 vorgestellt werden.

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