Lampertheim

Politik Bündnis für Demokratie setzt Zeichen für offene Gesellschaft / Veranstaltungen im Spätjahr geplant

Lampertheimer Gruppe zeigt Flagge gegen Rassismus

Archivartikel

Lampertheim.Den internationalen Tag der Demokratie am heutigen Dienstag, 15. September, haben Lampertheimer zum Anlass genommen – im wörtlichen wie übertragenen Sinn – Flagge zu zeigen: für Respekt in der Gesellschaft und den Kampf gegen Rassismus. Die Gruppe vom Bündnis für Demokratie überreichte bereits am Montag entsprechende Fahnen und Schilder an Bürgermeister Gottfried Störmer.

Das Stadtoberhaupt, das auch Schirmherr des Bündnisses ist, würdigte die Aktion und erklärte: „Hier darf es keinen Platz für Rassismus geben“. Bereits nach dem Anschlag von Hanau hatte das Lampertheimer Bündnis bei einer Mahnwache im Februar betont, „wie verletzlich unsere Gesellschaft ist, und wie zerstörerisch das rechtsradikale Gedankengut.“ Die Vorgänge in Berlin Ende August, als Demonstranten mit schwarz-weiß-roten Reichsflaggen auf die Treppe des Reichstagsgebäudes stürmten, zeigten erneut, dass „man sich für unsere Demokratie starkmachen muss“, sagte Marius Schmitt, einer der Initiatoren des Bündnisses, gegenüber dieser Redaktion.

Beim Vor-Ort-Termin am Stadthaus machte Petra Brandt, die auch Vorsitzende des Behinderten-Beirats ist, zudem auf den „unterschwelligen Rassismus“ aufmerksam. Dieser habe viele Gesichter. „Er wird sichtbar, wenn ein Rollstuhlfahrer gefragt wird: ,Was fährst du denn da für ein teures Ding? Brauchst du das überhaupt?’ – oder wenn mit einem ausländisch aussehenden Menschen angefangen wird, gebrochen Deutsch zu sprechen.“

„All das können wir überhaupt nicht brauchen, wir wollen eine offene Gesellschaft“, machte auch Mitstreiter Helmut Hummel deutlich. Um diese zu stärken, bietet das Lampertheimer Bündnis für Demokratie in diesem Jahr noch einige Veranstaltungen an:

Donnerstag, 24. September, 19 Uhr: An diesem Abend findet ein Vortrag im Alten Rathaus statt. Dort referiert Jörg Lüling, Sprecher der Lampertheimer Stadtökumene, über „Religion und Politik“.

Freitag, 6. November, 20 Uhr: Im Schwanensaal gibt die Musiker-Initiative-Lampertheim (MIL) ein Konzert unter dem Titel „Lieder mit Haltung“.

Freitag, 20. November, 20 Uhr: Ebenfalls im Schwanensaal wird ein Poetry Slam rund um das Thema Demokratie geboten.

Unterdessen wertete Marius Schmitt es auch als Erfolg, dass die erste Veranstaltung zum politischen Zertifikat inzwischen ausgebucht ist. Diese sollte eigentlich schon im März stattfinden (wir berichteten), wurde dann aber pandemiebedingt auf den 27. September verschoben.

Die Veranstaltungsreihe „Das politische Zertifikat“ hat das Lampertheimer Bündnis zusammen mit der Volkshochschule der Stadt ins Leben gerufen. Für den Besuch aller fünf Veranstaltungen erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat als Nachweis und Belohnung.

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