Lampertheim

Senioren-Theatergruppe Künftig Arbeitsgemeinschaft der Lampertheimer Volkshochschule

Lampertheimer „HerbstZeitLosen“ entwickeln Frühlingsgefühle

Archivartikel

Lampertheim.Schneeglöckchen blühen vielerorts und kündigen den Vorfrühling an. Und auch die „HerbstZeitLosen“ sind von Frühlingsgefühlen gepackt. Die Lampertheimer Amateurtheatergruppe um Leiter und Regisseur Heiner Kraft starten neu durch. Nach Unstimmigkeiten in der früheren Gruppe formierte sich das Ensemble neu. „Die Bezeichnung ist jetzt ’Arbeitsgemeinschaft (AG) der Volkshochschule (vhs) der Stadt Lampertheim in Kooperation mit cultur communal’“, erläutert Heiner Kraft zum Pressegespräch.

Damit ist die Theaterformation keine Untergruppe des Lampertheimer Seniorenbeirates mehr. Für die wöchentlichen Proben stellt die Stadt einen Raum im Erdgeschoss der Zehntscheune zur Verfügung. Die Mimen sind bereits am Proben. Das Stück heißt „Der D(r)amenclub“. Es ist eine Fortsetzung des im Mai vergangenen Jahres aufgeführten Werkes „Mitbewohnerin gesucht“.

In der Fortführung leben nun vier alleinstehende Frauen in der Wohngemeinschaft, für die sie sich anfangs interessiert hatten. Es sind rüstige Seniorinnen, die sich eine streng strukturierte Woche gestalten. Vor einiger Zeit hat eine der Damen einen Lebenspartner gefunden und bricht aus der Alltagsstruktur aus. Damit nehmen die Turbulenzen ihren Lauf.

Körpergefühl gefragt

Die fünf probenden Frauen der „HerbstZeitLosen“ zeigen viel Einsatz auf der kleinen Bühne in der Zehntscheune und versuchen mit dem ganzen Körper, vor allem mit Mimik und Gestik zu wirken. Ihr Gesichtsausdruck und ihre Körperhaltung sollen den Text unterstreichen. Die Rollen werden von den Spielerinnen gelebt und Heiner Kraft zeigt sich zufrieden. Der Regisseur lässt sein Ensemble unter anderem Körpergefühl trainieren, um die Ausdrucksstärke und somit die Bühnenpräsenz zu erhöhen.

Kraft kündigt an, dass das Improvisieren verstärkt geübt werden soll. Dabei entscheide sich ein Darsteller ohne großes Nachdenken, wie er auf bestimmte Situationen reagieren möchte. Diese Fähigkeit soll den Schauspielern helfen, Präventionsszenen nachzuspielen. Heiner Kraft plant in Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion Darmstadt, die Vorgehensweisen von Trickbetrügern darzustellen, um Möglichkeiten der Gegenwehr aufzuzeigen.

Briefroman als Sujet

Obendrein soll das Werk „Adressat unbekannt“ der amerikanischen Schriftstellerin Kressmann Taylor, in Kirchen aufgeführt werden. Kraft kann sich vorstellen, das Projekt über Monate laufen zu lassen und auch umliegende Orte mit einzubinden. Anfang 2018 hatten Senioren schon einmal aus dem Werk gelesen. Damit der Briefroman aus dem Jahr 1938 vorgetragen werden kann, werden zwei männliche Darsteller benötigt.

Denn das Werk handelt vom Ende einer Freundschaft zweier deutsch-amerikanischer Geschäftsleute zu Beginn der Nazi-Herrschaft. „Als Leckerli holen wir das Hessen-Ensemble mit dem Psycho-Thriller ‚Die Therapie‘ von Sebastian Fitzek nach Lampertheim“, macht Kraft neugierig. Diese Veranstaltung ist am 25. April, 19 Uhr, im Schwanensaal.

Außerdem werden die Spargelstädter Theaterleute am Senioren-Workshop vom 5. bis 10. Oktober in Wetzlar teilnehmen und sich in verschiedenen Seminaren des Landesverbandes an Wochenenden fortbilden. „Die Gerichtssache Luther werden die HerbstZeitLosen im nächsten Jahr aufführen“, verspricht Heiner Kraft.

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