Lampertheim

Kommunalwahlen Auch in Neuschloß will die Bürgerkammer eine eigene Liste stellen, um in den künftigen Ortsbeirat einzuziehen

Lampertheimer Stadtteil spielt seine Vorteile aus

Archivartikel

Neuschloß.Der Ortsbeirat Neuschloß teilte Anfang 2016 das Schicksal des Rosengartener Gremiums. Auch hier konnte vor fünf Jahren mangels Kandidaten kein neues Gremium gewählt werden. Die daraufhin gebildete Bürgerkammer zieht heute eine positive Bilanz: Die Basis für Menschen, sich für ihren Stadtteil zu engagieren, habe sich verbreitert, bestätigen Kammervorsitzende Carola Biehal, Pressesprecher Michael Bayer und Mitglied Helmut Kemnitzer im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“.

Gerade in diesem Sommer habe sich gezeigt, wie wichtig es sei, dass der Stadtteil durch ein bürgerschaftliches Gremium vertreten werde: Monatelang habe sich die Bürgerkammer dafür eingesetzt, dass der Stadtteil während der sechswöchigen Vollsperrung der Landesstraße 3110 nicht von Lampertheim abgehängt werde. Dank den Verhandlungen mit der Lampertheimer Stadtverwaltung seien Umfahrungsmöglichkeiten geschaffen und eine zusätzliche Busverbindung nach Hüttenfeld eingerichtet worden.

Neuer Schwung

Auch die Feierlichkeiten zum 550-jährigen Bestehen des Stadtteils wären ohne die Vorbereitungen durch Neuschlösser, die sich in der Bürgerkammer engagieren, so nicht zustande gekommen, meint Carola Biehal. Dass alles habe einen neuen Schwung erzeugt, von dem der künftige Ortsbeirat profitieren soll: Mitglieder der Bürgerkammer wollen eine eigene Liste für den Ortsbeirat aufstellen.

Weil er gegenüber Verwaltung und Behörden einen höheren Rang einnimmt, betrachten die Bürgerkammer-Mitglieder einen Ortsbeirat als das durchsetzungsfähigere Gremium. Dies soll sich auch in Themen auszahlen wie der Beseitigung weiterer chemischer Altlasten im Stadtteil. Auch steht eine bessere Anbindung ans öffentliche Nahverkehrsnetz auf der Agenda – inklusive eine Verlegung der Bushaltestelle an der L 3110. Ferner wird eine Neugestaltung des Ahornplatzes in der Ortsmitte ins Auge gefasst. Das Augenmerk ist auch auf die Sanierung des ehemaligen Schlosses gerichtet und auf die Realisierung eines musealen Konzepts in diesem historischen Gebäude.

Alle Bemühungen im Stadtteil gelten der Verhinderung einer waldzerschneidenden ICE-Neubautrasse. Der Vorteil hierbei: Fünf Mitglieder der Bürgerkammer sind auch in der Bürgerinitiative „Lebensraum vor ICE-Trasse“ (Bila) aktiv. Carola Biehal, die abermals als Ortsvorsteherin kandidieren will, steht als SPD-Fraktionsmitglied für gute Kontakte zum Stadtparlament.

Die Sprecher der Bürgerkammer sehen Neuschloß auf einem guten Weg; dieser beginnt aus ihrer Sicht dort, wo keine politische Macht hinreicht – bei der Identifikation der Menschen mit ihrem Heimatort. Gerade hier könne Neuschloß seine Vorteile ausspielen. Lebensqualität werde im von Wäldern umgebenen Stadtteil denn auch besonders groß geschrieben.

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