Lampertheim

WSV Heiko Graef, Philipp Reiber und Lucas Gotha holen Gold im Vierer / Simon Specht paddelt zu Bronze

Lampertheimer Wassersportler im Medaillenregen

Lampertheim.Der Wassersportverein (WSV) bleibt mit seiner Nachwuchsabteilung im Kanurennsport auch 2019 ein bundesweites Aushängeschild für den Lampertheimer Sport. Bei den Deutschen Meisterschaften (DM) in Brandenburg an der Havel paddelten die Kanuten vom Altrhein zu zehn Finalteilnahmen und zu vier Medaillen. Simon Specht sicherte sich im Einer über 1000 Meter Bronze, Heiko Graef, Philipp Reiber und Lucas Gotha erkämpften sich gemeinsam mit einem Gießener Kanuten unter widrigen Bedingungen im Langstrecken-Vierer sogar den Deutschen Meistertitel. Auf dem Vereinsgelände an der Albrecht-Dürer-Straße haben Funktionäre und Eltern nun ihre erfolgreichen Sportler empfangen.

Diese waren nach einer langen Wettkampfwoche in dem fast 600 Kilometer entfernten Brandenburg sichtlich müde und erschöpft – aber auch stolz. Denn die Bilanz von vier Mal Edelmetall und zehn Endläufen in einem Weltklassefeld lässt sich sehen. Dabei war der SV gar nicht mit der Aussicht auf Medaillen angereist. „Wir sind mit der Hoffnung auf viele Finalplätze zur Deutschen Meisterschaft gefahren“, erklärte Sportwart Dieter Brechenser.

Unter Weltmeistern

Zwar stellten die WSVler vor wenigen Wochen bei der Süddeutschen Meisterschaft, die zur Qualifikation zu den nationalen Titelkämpfen dient, noch einen Vereinsrekord mit 26 Goldmedaillen auf. Doch eine „DM“ sei nochmal eine andere Hausnummer. „In manchen Finals waren sechs Weltmeister am Start – und wir mittendrin“, berichtete Brechenser stolz. Dabei hatten seine Schützlinge nicht nur mit hochkarätigen Gegnern zu kämpfen. „Meisterschaften in Brandenburg sind immer toll“, kommentierte Brechenser, „das Wetter, die Stadt, das Umfeld – nur die Strecke nicht“. Tückische Winde und Wellen seien auf dem Betzsee garantiert.

Zudem hätten der enge Zeitplan und die zu kurze Streckenführung – die 5000-Meter-Disziplin bestand aus 500er Runden und sieben Wenden – für Chaos gesorgt. „Zeitweise waren hunderte Boote gleichzeitig auf dem Wasser, mehrere Rennen sind ineinander gefahren“, bemängelte er.

Peter Horstfeld, der bei der DM als Vertreter der Gruppe Süd sogar in der Jury saß, bezeichnete die Bedingungen als „zeitweise irregulär“. Was manchem Zuschauer spektakulär erscheine, sei für Sportler unverantwortlich, so die Kritik. Umso stolzer waren die Lampertheimer darauf, dass sich ihre Sportler „durchgekämpft“ haben. Der Vierer um „Steuergott“ Philipp Reiber, „Schiefsitzer“ Heiko Graef und „Lieber-Einerfahrer“ Lucas Gotha und den Gießener Janne Ole Wermter habe sich aus allen Querelen rausgehalten – als Lob sprang die Goldmedaille heraus. „Eine Eins mit Sternchen“, lobte Brechenser. Generell könne die männliche Jugend im Gegensatz zum Vorjahr sehr zufrieden mit ihrer Leistung sein. Etwa im K2 über 1000 Meter fuhren gleich zwei Boote ins Finale. Graef/Gotha belegten den sechsten, Reiber/Wermter den siebten Rang.

Verlass ist seit Jahren auf Simon Specht, der schon zahlreiche Titel in die Spargelstadt geholt hat. Musste er sich über 500 Meter noch um 0,1 Sekunden auf den Dritten und 0,8 Sekunden auf den Ersten mit dem „Holzrang“ zufrieden geben, sollte er über 1000 Meter mehr Glück haben. „Platz drei und das im ersten Jahr in der Altersklasse. Ganz großes Kino“, freute sich Brechenser. Damit ist der Lampertheimer für die Olympic Hopes Games in Bratislava qualifiziert.

Die jüngeren Schüler seien zum ersten Mal auf der DM gewesen, haben sich laut Brechenser „gut geschlagen“. Der Langstreckenvierer mit Matthei Hermann, David von Allwörden, Jonathan Hintz und Tim Walter holte den siebten Platz. Auch die weibliche Jugend sei „erstjährig“, mit der Leistung könne man sehr zufrieden sein. Im Vierer holten Klara von Allwörden und Franka Thierfelder im Finale Platz sieben, im Einer sprangen für Thierfelder zwei fünfte Plätze heraus.

Obwohl nicht das ganze Team in Brandenburg zugegen war, zeigte auch die Herren LK tolle Rennen: „Im K1 trat Jona Schulz gegen den amtierenden Weltmeister an“, so Brechenser. Schulz holte Platz sieben, im K2 mit Björn Barthel kam er auf Platz 6. Auch im Vierer, der kurzfristig umgestellt wurde, ergatterten die Lampertheimer einen Finalplatz. ksm

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