Lampertheim

Vereine und Corona DLRG-Ortsgruppe trifft sich derzeit nur per Internet / Susanne Hanselmann beklagt fehlende Einnahmen

Lebensrettung online

Lampertheim.Sie bringen Kindern das Schwimmen bei, suchen in Gewässern nach Vermissten und betätigen sich im Katastrophenschutz. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, besser bekannt als DLRG, ist ein wichtiger Baustein im deutschen Rettungswesen. Die Ortsgruppe Lampertheim gibt es bereits seit 1964. Die Corona-Pandemie stellt die rund 450 Ehrenamtlichen nun vor große Herausforderungen.

„Wir tragen bei unseren Einsätzen Mund-Nasen-Schutz“, erzählt Susanne Hanselmann. Das sei vor allem im Sommer bei hohen Temperaturen oft eine Qual und grundsätzlich sehr schweißtreibend gewesen, verdeutlicht die Ortsgruppenvorsitzende an einem Beispiel: „Wenn ein Taucher mit seiner 30 Kilogramm schweren Ausrüstung an Land unterwegs ist und dabei Mund-Nasen-Schutz trägt, ist das sehr anstrengend.“ Die Gesichtstbedeckung ist für die Wasserretter aber ein Ärgernis, mit dem sie sich arrangieren können.

Das Fehlen von Ausbildungskursen und Einnahmen bereitet Hanselmann größere Bedenken. Die Mitglieder des Einsatzwesens, die sich eigentlich jeden Dienstag zu Ausbildungs- und Übungsabenden treffen, kommen im derzeitigen „Lockdown light“ erneut nur noch online zusammen. „Und wir rechnen damit, dass das bis März /April auch noch so bleiben wird“, erklärt die Vorsitzende im Gespräch mit dieser Redaktion.

Keine praktische Ausbildung mehr

Die Nachwuchskräfte erhalten ihren Unterricht ebenfalls ausschließlich online. Der praktische Teil finde seit Februar überhaupt nicht mehr statt, so die 42-Jährige. In Lampertheim fällt der Schwimmunterricht aufgrund der Sanierung des Hallenbads aber ohnehin seit über eineinhalb Jahren aus.

Da im Sommer 2020 aber viele Freibäder geschlossen blieben oder nur unter strengen Auflagen geöffnet waren, mussten Schwimmkurse auch andernorts ausfallen. Daher rechnet die DLRG in den nächsten Jahren mit steigenden Zahlen von Nichtschwimmern.

Auf die diesjährige Einsatzstatistik der Lampertheimer Lebensretter hat sich die Pandemie mit all ihren Folgen jedoch nicht ausgewirkt. Während andere Ortsgruppen vermehrt zu Badeunfällen gerufen wurden, ist es in Lampertheim recht ruhig geblieben. „Wir hatten Glück, weil an unserem Rheinabschnitt wenig passiert ist. Dafür mussten die Kollegen in Mannheim und Groß-Gerau zu mehr Einsätzen als sonst ausrücken“, weiß die Ortsgruppenvorsitzende.

Abgesagter Triathlon schmerzt

Wenig los ist auch im Veranstaltungskalender der Lampertheimer DLRG. Der Haxenverkauf im September war eine der wenigen Einnahmequellen in diesem Jahr. Der vom Ortsverband jährlich veranstaltete Triathlon wurde abgesagt, das Gleiche widerfuhr dem Kanurennen, der Kerwe und anderen Festen – somit blieben auch die Einnahmen aus.

„Noch haben wir keine finanziellen Probleme, aber wir gucken natürlich, wo wir den Gürtel enger schnallen können“, räumt Hanselmann ein. Sparguthaben wurden bereits aufgelöst, ausgegebene Kredite wieder eingefordert.

Bei jeder Anschaffung denkt der Vorstand über die Notwendigkeit nach, denn die Ausgaben sollten bei der DLRG auf ein Minimum reduziert werden. „Sollte auch in den nächsten zwei Jahren kein Triathlon stattfinden, wird es finanziell richtig eng“, prophezeit Susanne Hanselmann.

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