Lampertheim

Bildung Kultusministerium zertifiziert Lampertheimer Gymnasium für fünf weitere Jahre als „Hessische Europaschule“

LGL-Herz schlägt für Europa

Archivartikel

Lampertheim.Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Das Lessing-Gymnasium (LGL) bleibt eine „Hessische Europaschule“. Das Kultusministerium hat dem Lampertheimer Gymnasium dieses Prädikat nach umfassender Prüfung für fünf weitere Jahre verliehen. Damit gehört das LGL seit 2012 zu einem Kreis von nur acht Gymnasien in Hessen, die dafür mit 20 000 Euro jährlich unterstützt werden.

Mint, Musik, Sport, Begabtenförderung: Wirft man einen Blick auf die Gütesiegel und Schwerpunkte des LGL, könnte man meinen, die Auszeichnung zur Europaschule sei nur ein weiterer, öffentlichkeitswirksamer Titel. Doch das greift zu kurz. Das dem nicht so ist, wird im Gespräch mit Schulleiterin Silke Weimar-Ekdur und der federführenden Koordinatorin Monika Hebbeker schnell deutlich. Allein schon die Tatsache, wie viel Zeit sich die zwei Pädagoginnen für ein Gespräch mit Abstand nehmen, zeigt: Trotz aller alltagsüberschattenden Corona-Sorgen ist die Zertifizierung für die Schule von zentraler Bedeutung. „Europaschule“ scheint nicht nur für Austauschprogramme und europäische Vernetzung zu stehen, sondern umspannt vielmehr alle Schulbereiche. Um die Auszeichnung zu erhalten, müssen Schulen neben interkulturellen Projekten auch eine „Vorreiterrolle in der Unterrichts- und Schulentwicklungsplanung einnehmen“, wie es vom Ministerium heißt.

Schulleiterin Weimar-Ekdur möchte die Auszeichnung deshalb auch nicht losgelöst von den anderen Schwerpunkten sehen. „Das Dach, unter dem sich alle anderen Schwerpunkte einfügen“, nennt sie das Prädikat „Europaschule“. Statt der Förderung einzelner Projekte sei es vielmehr ein ganzheitliches Programm für ihre Schule. Neben dem Etablieren eine europäischen Wertegemeinschaft mit demokratischer Erziehung und Toleranz stecken hinter einer zertifizierten Schule auch die Weiterentwicklung von Schulmanagement und das Erstellen zukunftsorientierter Personalkonzepte. „Das ist nicht nur ein Titel – wir sind wirklich Europaschule“, betont Weimar-Ekdur. Angestoßen hatte das Projekt ihr Vorgänger Jürgen Haist, doch schon bei ihrer Bewerbung zum Rektorenposten spielte es eine entscheidende Rolle. In ihrer Antrittsrede hatte sie damals gesagt: „Ich möchte das LGL zu einer intensiv gelebten Europaschule machen.“

Von der ersten Stunde dabei war Kollegin Hebbeker, die inzwischen als Fachbereichsleiterin auch zur Schulleitung gehört. Gemeinsam mit Steffen Mußler und Gerrit Stevens ist sie maßgeblich für die erneute Verleihung zuständig. Genoss die Schule bisher noch Welpenschutz, musste sie sich nun erstmals einer Prüfung durch das Kultusministerium stellen. Das LGL musste dokumentieren, ob sie den Qualitätsstandards entspricht, welche Projekte gefördert wurden. Entstanden ist ein dicker Ordner: Nordseefahrten, Lernagentur, Austausch, CERN-Fahrten, Sprachzertifikate oder die Organisation einer Juniorwahl. Viel Arbeit für die Lehrkräfte neben ihrer eigentlichen Tätigkeit, von der die Schüler profitieren. Das sei zwar aufwendig, gleichzeitig aber auch wertvolles Feedback und Selbstkontrolle. Das Gute an der finanziellen Förderung: Es ist zwar nur ein kleiner Betrag für eine Schule dieser Größenordnung (1200 Schüler) – das Geld darf aber für keine anderen Zwecke verausgabt werden.

Hier wird deutlich, was Weimar-Ekdur mit Verzahnung meint. Zu den Projekten gehören auch Kanu-Treffen, Kunst-Bewegungs-Kurse oder internationale Wettbewerbe in allen Fachrichtungen. Weil all das in Zeiten der Corona-Pandemie nicht möglich ist, mutet der Blick in den Ordner fast schon wie ein historischer Exkurs an. Für die Schule sei die Verleihung – auch ohne Feier – trotzdem ein Lichtblick. Hebbekers Team hat auch schon neue Ideen. Ein digitaler Austausch etwa. Außerdem hat die Schule als Ersatz für ausgefallene Projekte nun Tablets und Kameras angeschafft, mit denen neue Ideen wie Bildbearbeitungskurse umgesetzt werden können. „Mission accomplished“, würde Weimar-Ekdur als Englischlehrerin wohl über ihre Antrittsrede von vor sechs Jahren sagen.

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