Lampertheim

Bildung 40 Kinder forschen, tüfteln und knobeln bei der Ferienakademie im Litauischen Gymnasium

Lieber in die Schule als an den Badesee

HÜTTENFELD.Badehose oder Stift und Block, Schwimmbad oder Schule? Diese Entscheidung fiel den Teilnehmern der 17. Ferienakademie des Kreis Bergstraße nicht schwer. Schule natürlich. Statt bei über 30 Grad zu faulenzen, widmeten sich 40 hochbegabte Schüler der Klassenstufen vier bis sechs den Themen Kreatives, Schreiben, Geschichte, Mathematik und Naturwissenschaft. Für viele Teilnehmer war das Camp mit Übernachtung im Litauischen Gymnasium in Hüttenfeld besser als Ferien. „Das war wie Urlaub in der Schule“, findet etwa der elfjährige Christian aus Rimbach.

Mit 39 Gleichgesinnten aus dem Kreis Bergstraße präsentierte er den stolzen Eltern die Ergebnisse aus vier Tagen Forschen, Experimentieren, Tüfteln und Knobeln. Denn für die Teilnehmer war die „Extrawoche“ Schule offenbar keine Arbeit, sondern ein Heidenspaß. Schließlich wird bei der Ferienakademie auch kein herkömmlicher Schulstoff gelehrt. Die 40 Schüler werden zunächst auf vier Themenfelder aufgeteilt. Abseits von Notendruck und Frontalunterricht können begabte Schüler stattdessen Dinge ausprobieren, für die es im Schulalltag kaum Raum gibt.

Teilnehmer müssen sich bewerben

„Unsere Ferienakademie ist ein Alleinstellungsmerkmal in Hessen“, erklärt die Hauptorganisatorin Eva Melanie Eberhardt vom Staatlichen Schulamt. Unterstützt wird die Aktion vom hessischen Kultusministerium und dem Landkreis Bergstraße, jeder Teilnehmer zahlt außerdem 95 Euro. Alle 20 Jungen und Mädchen sind auf Empfehlung ihrer Klassenlehrer hier. Das allein reicht aber noch nicht aus. Weil die Nachfrage so hoch ist, muss jeder Schüler zusätzlich eine Bewerbung schreiben. Das lohnt sich für die Kinder offenbar. „Es war super, wir hatten ja auch Freizeit“, sagt Christian von der Martin-Luther-Schule in Rimbach, nachdem er seinen Eltern die selbstgebastelte Ritterrüstung zeigt. Bei Matthias Abendroth (Gymnasium Michelstadt) hat der Junge alles über das Mittelalter gelernt. „Wir sind gemeinsam zum Kloster nach Lorsch gefahren, haben uns die Königshalle angeschaut und im Kräutergarten Arznei hergestellt“, erzählt er. Nach den Workshops werden die Hochbegabten von ehemaligen Schülern des Litauischen Gymnasiums betreut, unternehmen gemeinsam auch Freizeitaktivitäten im Schlosspark.

Im Klassenraum nebenan versucht der zwölfjährige Silas einen Ventilator zum Laufen zu bringen. Bei Dimitrios Kostopoulos (Litauisches Gymnasium) hat er gelernt, wie Autos durch Solarenergie und Brennstoffzellen fahren können und wie Windkraft funktioniert.

Dass nicht alle Talente angeboren sind, sondern erlernt werden können, erklärt Janine Kolling von der Viernheimer Alexander von Humboldt Schule. Mit ihren Schülern hat sie viele Texte entstehen lassen, die vorgetragen werden wollen. Die Nachwuchsautoren kümmern sich dabei schon um die großen Fragen wie Umweltverschmutzung oder den Sinn des Lebens.

Bei der letzten Station präsentieren die Mathematik-Jünger von Felix Lotz (Altes Kurfürstliches Gymnasium, Bensheim) ihre Ergebnisse. Sie haben sich verschiedenste geometrische Körper ausgedacht und gebastelt. Davon ist auch Hanna begeistert, die eigentlich im Schreibkurs war. Ob sie im Nachhinein nicht doch lieber am Badesee gewesen wäre? „Nö. Das war ein richtiges Abenteuer“, sagt sie.

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