Lampertheim

Musiker-Initiative Konzert mit Hits der Neuen Deutschen Welle im Schwanensaal / Musikfans „völlig losgelöst von der Erde“

Lieder verströmen die pure Lust am Leben

Lampertheim.Zuerst ging Falcos Kommissar im Schwanensaal um, später breitete sich Hubert Kah´s Sternenhimmel über der Bühne aus. Den Refrain des Liedes sang ein kräftiger Zuschauerchor. Die Neue Deutsche Welle (NDW) war Programm, und da die deutschsprachige Musikrichtung eine große Bandbreite und deshalb keinen einheitlichen Stil besitzt, ging es auch quer durch den Musikgarten.

Die meisten der Besucher haben wohl diese Zeit miterlebt, vermutete Projektleiter Thomas Wörner. Die NDW kam 1976 auf, ihre Glanzzeiten erlebte sie Anfang der 1980er Jahre. Der 46-jährige Wörner hatte auch die Hits der NDW herausgesucht und damit ein abwechslungsreiches Programm aufgestellt. Er hatte die Songs unter anderem als Sänger in einer Schul- und Abi-Band geschmettert.

Der Lampertheimer Sänger ist in Mannheim-Schönau aufgewachsen, weshalb jetzt eine Fangemeinde dieses Mannheimer Stadtteiles im Schwanensaal mitfeierte. Die NDW- und Schlagerlieder brachten die insgesamt 200 Gäste zum Mitsingen und zum Tanzen. Kurzum, die Stimmung war bestens, den Musikfans wurde eine großartige Show geboten. Und schließlich heißt es ja auch in dem Songtext von Geier Sturzflug: „Eins kann mir keiner nehmen, und das ist die pure Lust am Leben.“ Bei dem Song erhielt Frank-Willi Schmidt als Tubist Sonderapplaus.

Tanzbare Klassiker

„Haben Sie Spaß mit der Ära“, hatte Wörner anfangs empfohlen. Er musste die Musikfans nicht lange bitten, schließlich sind die Songs inzwischen auch schon Klassiker. Die NDW-Texte sind mal witzig und mal aufmüpfig, auf alle Fälle gut tanzbar, und das war besonders den Besucherinnen wichtig. Sie formierten sich zu kleinen Gruppen und tanzten fröhlich vor der Bühne.

Das Lied „Neue Männer braucht das Land“ von Ina Deter aus dem Jahr 1982 schenkte die Mannheimer Sängerin Francesca Galiano vor allem den Frauen. Schrill und partytauglich war die Mode der 1980er Jahre, darum hatten auch die Hauptsänger Thomas Wörner und Francesca Galiano Aufsehen erregende Bühnenoutfits gewählt: Wörner im schwarz-weiß karierten Anzug und Galiano in Netz-Leggins und Tüllröckchen, vor allem in super angesagten Metallic-Farben. Für den zweiten Teil der MIL-Party wählte die Sängerin ein besonders sexy Outfit: einen Overall mit Raubkatzenprint.

Galiano ist charmant, sie besitzt eine ausdrucksstarke Stimme und darstellerisches Talent. Sie kann sich exzellent zur Musik im Rampenlicht bewegen. Gesangliche Unterstützung kam von Keyboarder Patrick Embach und dem Gitarristen Matthias Klöpsch. Zur Party-Band gehörten außerdem Schlagzeuger Patrick Schneller und Frank Willi Schmidt als Bassist. „Das Lied habe ich schon in meiner alten Schönau-Heimat aufgeführt“, erinnerte sich der Projektleiter an seine Jugendzeit und stimmte „Hurra, hurra, die Schule brennt“ der Band Extrabreit an.

„Katharine, Katharine, steig in die Luxuslimousine“ von Steinwolke war der nächste Knaller, gesungen von Wörner und Klöpsch. Und selbstverständlich durfte das „Bruttosozialprodukt“, früher gesungen von Geier Sturzflug und jetzt in der MIL-Show von Patrick Embach, nicht fehlen. Der Song erforderte reichlich Einsatz von Schlagzeuger Schneller. Auch mit „Major Tom“, dem Kulthit von Peter Schilling, begeisterte Embach. Völlig losgelöst von der Erde schienen nun die Musikfans im Raumschiff durch das All zu kreisen. roi

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