Lampertheim

Soziales Lampertheimer Tafel bekommt Spende vom Service-Club / Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern

Lions beklagen Armut im Überfluss

Archivartikel

Lampertheim.Lions-Präsident Johannes Haefele hat den Spendenscheck über 2000 Euro, der an die Tafel Lampertheim übergeben wurde, mit den Worten „Brücke“ „Armut“ und „Überfluss“ versehen. Das soll verdeutlichen, dass es in Deutschland zum einen eine Überflussgesellschaft gebe, zum anderen aber Armut. In der Tafel Lampertheim stellte er beim symbolischen Überreichen der Summe die Gegensätze einander gegenüber.

Überschuss und Armut passten nicht zusammen. Dass es aber beide Phänomene gebe, stoße bei den Lions-Mitgliedern auf Unverständnis. Wie könne es sein, dass es ein Leben im Überfluss gibt, bei dem Lebensmittel im Mülleimer landen – und im Gegenzug Bedürftige, die sich eine ausreichende und gesunde Ernährung nicht leisten könnten: „18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel werden in Deutschland vernichtet.“

Helfer packen an

Die Tafel baue eine Brücke zwischen Armut und Überfluss. Doch der Tafelbetrieb könne nur funktionieren, wenn die Ehrenamtlichen anpackten. Dieses Ehrenamt schätzten die Lions-Mitglieder sehr. Deshalb hatten sie den Tafel-Helfern freien Eintritt beim Ostermarkt gewährt. Der Betrieb Grieser Maschinenbau hatte die Eintrittsgelder übernommen. Die Oster- und Adventsmärkte stemmen die Lions, um Geld für soziale Projekte zu erwirtschaften. Der Erlös ihrer aktuellen Arbeit soll jetzt dem Tafelbetrieb zugutekommen.

„Das Geld ist hier richtig“, waren sich die Lions einig. Näheres über die Tafelarbeit hatten sie während eines Clubtreffens erfahren. Mitarbeiterinnen des Diakonischen Werkes Bergstraße hatten ihnen in Workshops Einblicke gewährt. Daraufhin hatten die Clubmitglieder beschlossen, der Tafel Lampertheim diese Spende zukommen zu lassen. Die Freude war bei den Tafel- Teamleiterinnen Erika Kalpin und Brigitte Harvey und der hauptamtlichen Mitarbeiterin Susanne Hagen groß, denn die Tafel finanziere sich aus Spenden. Es sei harte und hochprofessionelle Arbeit, die die Helfer verrichten: „Sie geben nicht nur die Nahrungsmittel aus, sie meistern dabei beispielsweise auch die Lebensmittelhygienevorschriften und die Datenverwaltung.“ Es gebe zahlreiche ältere Menschen, die mit ganz wenig Geld auskommen müssten. Manche schämten sich, in der Tafel einzukaufen.

Ein Problem für ältere Bedürftige sei auch die Verlegung der Bushaltestelle. Früher sei sie in der Gewerbestraße gegenüber der Tafel gewesen. Mit der Verlegung in die Neuschloßstraße seien viele ältere Menschen weggeblieben, bedauerte Harvey. Unter den Tafelkunden seien auch 147 Kinder. In den Tafelräumen fänden interkulturelle Begegnungen statt.

Derzeit helfen bei der Tafel Lampertheim 69 Ehrenamtliche, in einem Alter von 60 plus. Einige werden altersbedingt aufhören, darum werden Helfer gesucht. Hagen betonte, dass der Einsatz eine verbindliche Tätigkeit ist. „Aber es ist auch schön, hier zu arbeiten“, bekräftigte die Bereichsleiterin. „Denn wir sind eine sehr gute Gruppe“, unterstrich Harvey. roi

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