Lampertheim

Lampertheimer Bahnhof Bahn will Kunden nicht im Regen stehenlassen / Klagen über versagende Technik

Lob für Bahnsteig-Überdachung, Kritik an kaputten Aufzügen

Lampertheim.Am Lampertheimer Bahnhof hat sich in den vergangenen Wochen etwas getan. Die Bahnsteige sind überdacht und es wurden zwei Aufzüge eingebaut, die nach Beobachtung von Pendlern und anderen Bahnreisenden – zumindest zeitweise – auch funktionieren.

„Da steht man jetzt wenigstens nicht mehr im Regen“, kommentiert Thorsten Dörner die Überdachung an den Bahnsteigen, „das ist schon sehr praktisch.“ Auch ansonsten ist der Pendler aus Mainz mit dem Gesamteindruck des Lampertheimer Bahnhofs ganz zufrieden. „Für die miserable Verbindung nach Mainz kann ja schließlich der Bahnhof nichts“, fügt er noch hinzu, bevor er schnell seinen Bus erwischen muss. Mit dem Regionalexpress bräuchte er sonst rund zwei Stunden für den Heimweg. Zwei Lampertheimerinnen, die nach eigenen Angaben nur selten Bahnfahren und nun gerade von einem Ausflug mit Kolleginnen aus Mannheim zurückkehren, monieren, dass bei der Hinfahrt am Morgen keiner der beiden neuen Aufzüge funktioniert habe. Am Abend dann wenigstens der eine, mit dem man Gleis vier und fünf erreichen kann. Einen barrierefreien Zugang zu den Gleisen zwei und drei habe es zumindest an diesem Tag wohl nicht gegeben, meinen die Frauen. „Wir fragen uns, wie sollen denn Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, hier mit dem Zug fahren?“ Eine andere Lampertheimerin, die täglich nach Karlsruhe pendelt, bezweifelt, ob der eine Fahrstuhl überhaupt schon mal in Betrieb war. Fest steht: An diesem Abend funktioniert er nicht. Positiv aufgefallen ist den Ausflüglerinnen neben der neuen Überdachung, dass die Unterführung an diesem Tag relativ sauber sei.

Das allgemeine Erscheinungsbild des Bahnhofs „könnte aber gepflegter sein“, finden beide. „Da gibt es in der Gegend schönere. Hier ist es ziemlich kahl und trist.“ Auch wenn sie ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, möchten sie unbedingt noch sagen, dass sie Bahnfahren früher als komfortabler und persönlicher empfunden hätten – „als der Schalter noch besetzt war“. „Immerhin gibt es jetzt Aufzüge!“, lobt der Bürstädter Maik Jakobi die Entwicklung des Lampertheimer Bahnhofs. Da habe man zumindest ans Gemeinwohl gedacht und das finde er begrüßenswert. Ganz im Gegensatz zu seiner Heimatstadt Bürstadt, wo er eine solche Anschaffung bisher vermisst. Dafür hat dort die Stadt den Vorplatz neugestaltet. „Aber dabei ging es nur um die Optik, davon haben die Bahnreisenden ja nichts“, kritisiert Jakobi, der bis vor ein paar Jahren selbst täglich mit dem Zug zu seinem Ausbildungsplatz nach Mannheim gefahren ist. In Bürstadt habe er schon oft gehbehinderte Menschen am Bahnhof beobachtet, die Schwierigkeiten gehabt hätten, zum Zug zu kommen. Da die neuen Aufzüge nicht oder nur eingeschränkt funktionieren, sind von diesem Problem aber auch in Lampertheim offensichtlich immer noch einige Bahnkunden betroffen.

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