Lampertheim

Bildung Elftklässler gewinnen bei Filmwettbewerb des hr

Lob und Geld fürs gute Schauspiel

Archivartikel

Hüttenfeld.„And the winner is… Litauisches Gymnasium!“ Am Donnerstag jubelten die Schüler des Litauischen Gymnasiums in Hüttenfeld nicht über gute Noten, sondern über eine Auszeichnung des Hessischen Rundfunks (hr). Mit einer feierlichen Preisverleihung im Frankfurter Funkhaus am Dornbusch ist die zehnte Auflage des hr-Filmwettbewerbs „Meine Ausbildung – Du führst Regie“ zu Ende gegangen. Die Elftklässler aus Hüttenfeld gewannen in der Kategorie „Beste schauspielerische Leistung“ und können sich über ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro freuen.

Vergeben wurden Preise im Gesamtwert von über 16 000 Euro an insgesamt sechs Schulen in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Story“, „Beste schauspielerische Leistung“ und „Bester Newcomer“, außerdem gab es Preise für Innovation und Inklusion. Die beste Leistung vor der Kamera lieferten die Schüler des Privaten Litauischen Gymnasiums ab. Die Jury lobte deren Film „Traum“ und vor allem das Spiel der Protagonistin Ruta Vasiliauskaite, die sich getraut habe, „etwas von sich zu zeigen und durch wenig aufgesetzte Mittel und viel mehr Ehrlichkeit und Durchlässigkeit durch den gesamten Körper zu vermitteln, was ihr innerer Konflikt ist. Sie und ihre filmischen Eltern, die Lehrer Jens Zorn und Asta D’Elia, haben beim emotionalen Ausflippen alles gegeben, haben etwas riskiert – und das genau verdient diese Auszeichnung“, heißt es in einer Pressemitteilung des hr. In dem Kurzfilm träumt Schülerin Ruta von einem Leben als Fotografin – gegen den Widerstand ihrer in finanzielle Schieflage geratenen Filmeltern.

Die festliche Preisverleihung in Frankfurt verfolgte die Protagonistin krankheitsbedingt beim „Public Viewing“ im Internat. „Der Preis kam völlig überraschend, ich war fast ein bisschen schockiert“, freute sich die Schülerin im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie und ihre Mitstreiterin Leonie Süss, als Director hauptverantwortlich für Schnitt und Konzeption, betonten aber den Teamgedanken der Auszeichnung. „Schnitt, Kameraeinstellung, Ton und auch alle anderen Schauspieler – für eine Auszeichnung muss alles passen“, finden sie.

Auch die projektbetreuende Lehrkraft und „Mutmacherin“ Gabriele Hoffmann erklärte, es gehe um den Spaß sowie das Lernen, an einem Projekt dran zu bleiben und ein fertiges Medienprojekt abzugeben. „Mit Preisen haben wir uns vorher nicht beschäftigt. Wenn so etwas zum Erfolg führt, ist es umso schöner“, so die Oberstufenleiterin. Über das Preisgeld dürfen die Schüler verfügen, vielleicht wollen sie es für ihre Abifeier und die Anschaffung eines neuen Beamers verwenden. Für Ruta hat der Film auch eine persönliche Note, in Litauen habe sie früher oft Hauptrollen gespielt. „Schauspielerin – das war immer mein Traum“, erzählte sie. Ob sie diesen Traum doch noch verfolgen will? „Vielleicht“, antwortet sie lachend.

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