Lampertheim

Mobilität 39 Kilometer lange Rheinschleife von Einhausen über Bürstadt nach Lampertheim eingeweiht

Lückenschluss für Radler

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Es ist nur ein kleiner Schnitt durch das rote Band, soll aber ein großer Sprung für alle Rad-Ausflügler im Ried sein. Auf dem Lampertheimer Altrheindamm haben der Tourismus Service Bergstrasse und die beteiligten Kommunen die „Rheinschleife“ eingeweiht. Die 39 Kilometer lange Radroute durch Wald, Felder und Städte verbindet Einhausen, Bürstadt und Lampertheim mit dem bestehenden Radnetz an der Bergstraße. Fast 200 Schilder wurden entlang der Strecke angebracht, um die bestehenden Wege zu einer ausgewiesenen Radschleife zu verknüpfen. Für die Verantwortlichen ist es ein Lückenschluss zwischen den Regionen.

Hinweise auf Route

Kleine, quadratische Schilder in farbigem blau-grün-gelb Muster und der Aufschrift „die bergstrasse“ weisen Radfahrer künftig auf die „Rheinschleife“ genau wie auf zwei Routen zwischen Darmstadt und Heidelberg hin. Kurz vor Lorsch können Pedalritter die geführten Routen entlang der Bergstraße verlassen und einen Abstecher in Richtung Ried machen. Fast 40 Kilometer führen die Wege „für alle Generationen“ durch das topfebene Ried. Entlang der Weschnitz geht es von Einhausen nach Bürstadt, von dort weiter über die Felder bis an den Lampertheimer Altrhein, wo die Strecke am Badesee kehrt macht. Über die Heide und durch Lampertheimer sowie Viernheimer Wald geht die Schleife an Hüttenfeld vorbei und schließt am Weschnitzdamm vor Hemsbach wieder an die Bergstraße an.

„Damit erschließen wir das Ried mit dem Rad“, freute sich Lampertheims Stadtrat Gottlieb Ohl gemeinsam mit Bürstadts Bürgermeisterin Bärbel Schader und ihrem Amtskollegen Helmut Glanzner aus Einhausen. Über die Radnetzerweiterung des Tourismus Service um eine Riedroute waren alle Beteiligten mächtig stolz.

Neu sind die Radwege zwar nicht, sie wurden nun aber miteinander verbunden, gekennzeichnet und als Route beworben. „Unseren Radführer und die Radkarten haben wir dafür komplett überarbeitet“, erklärte Thomas Herborn vom Tourismus Service. „Eine hervorragende Entscheidung“, war er sich sicher. Auch der Kreis Bergstraße sieht das so. Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz fand: „Hier ist ein echtes Juwel entstanden“.

Das haben sich die Städte – anteilig der Maßnahmen auf ihrer Gemarkung – gemeinsam rund 10 000 Euro kosten lassen. Gut investiertes Geld und höchste Zeit, wie alle betonten. „Das wird uns allen zugute kommen“, untermauerte auch Gottlieb Ohl und erinnerte auch an den Familienradweg zwischen Mannheim und Lampertheim, der im Oktober eingeweiht werden soll.

Die Region entdecken

Die neue Route soll dabei besonders dem genussvollen Radeln und dem Entdecken der Region dienen. Denn das Ried habe genau wie der Bergstraße viel zu bieten. „Wir müssen unsere Schätze aber viel bewusster und stärker nach außen zeigen – und zwar gemeinsam“, forderte Bärbel Schader.

Auf dem Weg könne man Attraktionen in Natur in Stadt entdecken, die Strecken könnten auch etappenweise gefahren werden. Bahnhöfe sollen eigens ausgeschildert als Schnittstellen dienen, Schwimmbäder oder Eisdielen zum Verweilen animieren. Wer die komplette Strecke bis zu seinem Startpunkt fahren möchte, der muss ein Reststück auf der Bergstraßen-Route und insgesamt 50 Kilometer bewältigen.

Diana Stolz sieht die Einweihung auch in Hinblick auf gesamte Radnetzentwicklung positiv. Ein neues Radverkehrskonzept – das bisherige ist 30 Jahre alt – befinde sich in der Planung. Außerdem mache sich der Kreis auch für eine Anbindung an Radschnellwege stark, deren Machbarkeit in einer Studie am Dienstag vorgestellt wurde (wir berichteten). Radschnellwege für Pendler und zügige Rennradfahrer und Naherholungsrouten wie die Rheinschleife seien aber getrennt voneinander zu betrachten.

Radeln im Trend

„Radfahren ist wieder in Mode“, erkannte Stolz einen generellen Trend. Einer, der allerdings bundesweit lange verschlafen wurde. Für das gemächliche, genussvolle Radeln ist mit der Routenerweiterung ins Ried nun ein erster Schritt getan. „Es muss aber weitergehen“, wissen auch die Beteiligten. Will man noch mehr Menschen aufs Rad locken, müssten weitere Schritte folgen.

Die 39 Kilometer lange Rheinschleife verbindet die bestehenden Radrouten an der Bergstraße mit dem Ried bis zum Lampertheimer Altrhein. Durch die Kommunen Einhausen, Bürstadt und Lampertheim führt die Strecke über bestehende Asphalt-, Feld- und Waldwege durch Natur und Stadt zurück an die Bergstraße bei Hemsbach.

Die erste, klassische Route (87 Kilometer) zwischen Darmstadt und Heidelberg wurde 2007 eingeweiht. Eine zweite, naturnahe Strecke über 81 Kilometer wurde 2014 beschildert. Die Rheinschleife ist erst die dritte Strecke. Beteiligt sind 19 Kommunen.

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