Lampertheim

Tanz Bühnenwerk „Verwünscht – das Tor in die Wirklichkeit“ spiegelt alle Facetten der Lampertheimer „Tanzebene“ wider

Märchenwelt prallt auf Realität

Lampertheim.Tanz traf auf Romantik, Abenteuer und Unterhaltung: Gespannt fieberten 850 Zuschauer in der Hans-Pfeiffer-Halle dem Auftritt der Lampertheimer „Tanzebene“ entgegen.

Am Samstag und am Sonntag präsentierten die Tänzerinnen und Tänzer das Bühnenwerk „Verwünscht – das Tor in die Wirklichkeit“. Es tanzten unterschiedliche Altersklassen, und so vielseitig das Angebot der Tanzschule ist – vom Ballett über Jazzdance bis hin zum Hip-Hop – so facettenreich waren auch die Aussagen, die die Tanzenden in beeindruckender Weise dem Publikum vermittelten.

Die packende Choreographie hatten die Inhaberin der Tanzebene, Michaela Zloic, und die Tanzpädagogen ausgearbeitet. Die Handlung war an die US-amerikanische Fantasy-Komödie „Verwünscht“ angelehnt.

Im Zuschauerraum saßen zahlreiche Angehörige von Bühnenakteuren, die ihren Kindern oder Enkelkindern fest die Daumen drückten. Sie waren gespannt, wie wohl der Inhalt der ungewöhnlichen Komödie tänzerisch umgesetzt werden würde.

Die Tänzer verschmolzen dabei förmlich mit der Musik. Mit ihren Schrittfolgen und Gesten drückten sie aus, welche Turbulenzen sich in dem Stück abspielten, in dem die romantische Märchenwelt auf die harte Realität von New York City prallt. Bevor Prinz Edward (Lucas Hojdem) von Andalasien seine Giselle (Nikola Nowakowska) heiraten kann, greift die böse Königin Narissa (Patrice Jeckel) ein. Sie ist eifersüchtig und lässt den Prinz von ihrer leiblichen Tochter Nathalia (Emily Creter) begleiten. Königin Narissa verbannt die Märchenprinzessin Giselle, ihre ungeliebte zukünftige Schwiegertochter, am Tag ihrer Hochzeit. Der weiße Vogel Anna (Marlene Foglia) kann das Unheil nicht abwehren, Narissa schubst Giselle in einen Brunnen – und befördert sie damit in die Wirklichkeit nach New York.

Doch bevor sich der Bühnenvorhang in der Hans-Pfeiffer-Halle öffnete, trat Michaela Zloic ins Rampenlicht und informierte die Besucher über die achte große Schulaufführung. Dieses Bühnenwerk sei eine Herausforderung für alle Beteiligten – ein Aufeinandertreffen von Fantasie und Wirklichkeit. Solch eine Story habe die Schule noch nie vertanzt. Doch Tänzer und Pädagogen schlossen mit der Vorführung eine wunderbare Vorbereitungszeit ab. Schon in den Trainings habe alles geklappt, das Engagement sei groß. Die Tanzschulchefin lobte ihre Lehrer: „Ihr macht eine super schöne Arbeit mit den Kindern.“

Alle Probenmühen vergessen

Zloic dankte auch den zahlreichen Helfern und der Stadt Lampertheim für ihre Unterstützung. Dann wünschte sie den Bühnenakteuren: „Toi, toi, toi“ und überließ den Darstellern die Bühne. Denn nach dem fleißigen Üben darf die Präsentation natürlich nicht fehlen. Und wohl keine Tänzerin und kein Tänzer dachte nun an die vielen Probenstunden mit ihren Mühen und Schweiß.

In ihren wunderschönen Kostümen erstrahlten die Akteure im Scheinwerferlicht und gaben ihr Bestes. Zuerst entführte das Ensemble in die Märchenwelt, eine geheimnisvolle Waldlandschaft. In der Szene wurde fast ausschließlich klassisches Ballett getanzt, außer von Prinz Edward alias Lucas Hojdem, einem ausgesprochen guten Hip-Hop-Tänzer.

Auch die jüngsten Tänzerinnen versuchten sich in der hohen Schule des klassischen Tanzes, und da ihr Auftritt allerliebst aussah, erhielten sie wie die Soloakteure Szenenapplaus. Der Nachwuchs verkörperte Waldtiere, Rehe, Hasen und Trolle. Den Zuschauern bot sich ein idyllisches Bild, wenn nicht die böse Königin und der verzauberte Brunnen gewesen wären.

Der Sprecher verriet: „Giselle landet in ihrem Hochzeitskleid in New York und trifft dort den Scheidungsanwalt Robert (Lukas Preschke) und seine beiden Töchter.“ Da New York City eine atemberaubende Stadt der Architekturen und eine Millionenmetropole ist, war nun als Kulisse eine gewaltige Häuserfront zu sehen. Die böse Königin war weiter aktiv und stellte einen Vergiftungsplan auf. Letztendlich wird sie von Anna und Edward besiegt.

New York ist das pralle Leben, die Stadt schläft niemals. Und darum kommt Giselle auch nicht aus dem Staunen heraus – vor allem über die Freiheitsstatue und die Broadwaytänzerinnen – hier tanzen die Mädchen klassisches Ballett, die Bewohner von New York Hip-Hop und die Glamourgirls Jazz-Tanz.

Die Zuschauer belohnten die Akteure und Tanzpädagogen mit großem Jubel. Sie wissen, dass es schwierig sein muss, diese große Anzahl an Darstellern mit unterschiedlichen technischen Voraussetzungen in einem Bühnenwerk zu vereinen. Und dass es darüber hinaus ein besonderer Kraftakt ist, die rasant wechselnden Kombinationen zu meistern.

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