Lampertheim

Bildung Experimentiershow für Schillerschüler / Belohnung für Engagement bei Zeitungsprojekt

Maschine gegen Langeweile

Lampertheim.Medeea Bratfelean aus der Klasse 4b der Schillerschule hat wie einige Mitschüler an dem Malwettbewerb des Zeitungsprojekts „Klasse Kids“ des „Südhessen Morgen“ teilgenommen. Sie malte ein farbenfrohes Bild, das die Jury überzeugte, die sie zur Siegerin kürte. Jetzt wurde der Zehnjährigen ihr Preis überreicht, und zwar in Form einer Experimente-Show, die die Schauspieler Daniela Wöhler alias Bo Celsius und Matthias Rott in der Rolle des Friedrich Fahrenheit vorführten. Außer der Gewinnerin durften natürlich auch weitere Grundschüler zuschauen.

Andrea Heilmann, Klassenlehrerin der 4b, kam mit den Kindern in die Sedanhalle. Die Mädchen und Jungen staunten nicht schlecht, als die beiden Erfinder Bo Celsius und Friedrich Fahrenheit einen großen verhüllten Kasten reinfuhren. „Wir haben unsere neueste Erfindung mitgebracht“, ließ Bo wissen. „Habt ihr Lust drauf?“, fragte Friedrich, und ein langgezogenes „Jaaa“ schallte zurück. Die Tüftler wollten von den Kids wissen, ob sie eine Vorstellung hätten, was sich wohl hinter dem Tuch verstecken könnte. Als Antworten kamen: Spielkonsole, Beamer, Mikrowelle und „eine Maschine, die alles verdoppelt“. Die Ratenden kamen nicht drauf und ruck-zuck lüfteten die Erfinder das Rätsel. Sie enthüllten eine ultimative Langeweile-Maschine.

Diese Maschine gegen die Eintönigkeit hatten die Tüftler nach eigenen Angaben erfunden, weil manche Menschen denken, ihr Leben sei nicht ausgefüllt. Ein halbes Jahr lang hätten sie heimlich an dem Prototyp gewerkelt. An den Viertklässlern wollten sie das Ergebnis ihrer Forschungen nun ausprobieren. Mit der Maschine könne man messen, wo es wie langweilig ist. Doch so einfach kam die Maschine nicht in Gang. Einfach Einschalten half nicht. Die Temperatur des Geräts wurde gemessen, denn erst bei 37 Grad Celsius arbeite sie und bringe die vier montierten Lampen zum Leuchten.

Zahlen und Buchstaben als Futter

Die Erfinder empfahlen den Kindern, dem Gerät ihr Alter zuzurufen, doch nichts passierte. Dann wurde es mit der Gesamtschülerzahl versucht. Die zugerufenen Zahlen bauten Spannung im Mechanismus auf und brachten das Getriebe schließlich in Gang. „Füttert mich noch mit etwas anderem“, brummelte die Maschine. Buchstaben seien eine gute Idee, meinte Friedrich. Und prompt nannten die Kinder die Anfangsbuchstaben ihrer Namen. Die Lichtmaschine reagierte zwar, aber noch nicht vollends. So sollten die Mädchen und Jungen noch verraten, wie es in der Schule war. Einige Aussagen waren: „Cool, spannend, anstrengend, schön, nicht schön.“ Ein weiteres Licht auf dem Kasten leuchtete auf. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, freute sich Bo.

Zum weiteren Antrieb wurden nun dringend Sätze benötigt. „Die Maschine möchte Erlebnisorte wissen“, sagten die Naturwissenschaftler. Als Antworten kamen: Disneyland, Europapark, Mallorca und Österreich. Die Schüler sollten sich erst einmal auf kleine Erlebnisorte, wie die Turnhalle beziehen, schlug Bo vor. Und sofort meldete sich der Apparat: „Ihr seid schon sehr nah dran. Ich will leuchten, macht weiter!“ Ein Erlebnisort könne auch das Zuhause sein. Die Zuhörer erzählten spannende und witzige Geschichten aus ihrem Umfeld – und brachten die grüne Lampe zum Strahlen. Dann fragte Friedrich, wer schon mal an einer Nachtwanderung teilgenommen habe. Die Schüler sprühten nur so vor Erzähldrang: 37 Grad waren erreicht, das letzte Licht leuchtete auf.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional