Lampertheim

Schillerschule Aktionstag für mehr Gesundheit – und jede Menge Spaß

Mehr bewegen statt Schulbank drücken

LAMPERTHEIM.Sechs von zehn Schulanfängern können keinen Purzelbaum mehr schlagen, ein Großteil kann auch nicht mehr rückwärts laufen. Zehn Prozent der Fünfjährigen leiden sogar schon an Übergewicht. Diese erschreckenden Zahlen gehen aus den Schuleingangsuntersuchungen und diversen Studien der Krankenkassen hervor. „Grundlegende koordinative Fähigkeiten gehen schon bei Grundschulkindern mehr und mehr verloren“, folgert Andrea Stumpf daraus. Mit dem Projekt „fit4future“ (Fit für die Zukunft) möchte die Organisatorin dem Trend gegensteuern. Mit einem Aktionstag war sie nun an der Schillerschule zu Gast.

An sechs Stationen widmeten sich die Schüler einen Tag lang Gesundheits- und Bewegungsthemen, statt im Klassenzimmer Deutsch und Mathe zu lernen. Das Programm soll die Kinder zu mehr Bewegung, gesünderer Ernährung, konzentrierterem Lernen und besserer Stressbewältigung motivieren. Für die Grundschüler hieß das am Aktionstag in erster Linie jede Menge Spaß. Auf dem Programm stehen etwa Dosenwerfen, Sackhüpfen oder ein Zucker-Quiz – inklusive Geschmacksproben. Die Präventionsinitiative einer Krankenkasse und der Cleven-Stiftung ist auf drei Jahre ausgelegt. Die Schillerschule ist eine von 2020 Schulen, die bundesweit von dem kostenfreien Programm profitieren.

„2016 ist das Programm gestartet“, erklärte Andrea Stumpf. Sie hat den Aktionstag organisiert. Unterstützung erhielt sie dabei von Lehrkräften und ehrenamtlichen Helfern. Die Schillerschule nimmt im zweiten Jahr teil. Die Themen bestehen aus Bewegung, Gehirntraining, gesunde Ernährung und Verhältnisprävention. Damit die Aktionen nicht verpuffen, werde das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Auch für Lehrer gibt es Workshops, die Initiative empfiehlt ferner Kooperationen mit Vereinen. Die Schillerschule arbeitet bisher mit dem TC Lampertheim und dem Judoclub Bürstadt zusammen. Von „fit4future“ gibt es neben dem Aktionstag auch Material zur ganzjährigen Nutzung. Im ersten Jahr war das eine Spieltonne mit 20 pädagogischen Spielgeräten, die auf dem Pausenhof „koordinative Grundbedürfnisse“ schulen sollen.

Denn der Wegfall dieser Bewegungen könne für Kinder weitreichende Folgen haben. Etwa zwischen der Fähigkeit, rückwärts zu laufen und besser rechnen zu können, hätten Studien eine Verbindung ausgemacht, berichtete Robert Gahler, Leiter des Servicezentrums einer Krankenkasse. Die Kindheit sei für die Entwicklung gesundheitsbezogener Einstellungen eine zentrale Phase. 2021 soll das Programm deshalb schon an Kindertagesstätten Schule machen. Das Gesundheitsamt des Kreises hat vor einigen Jahren Projekte wie den „Yolo-Day“ (wir berichteten) angestoßen.

Dem neunjährigen Enekin hat das Lebensmittel-Quiz gefallen. Seine Freunde Arion und Leonie freuten sich über Sackhüpfen, Klassenkameradin Paula hat gerne Becher gestapelt. In einem waren sich die Viertklässler einig: „Das könnten wir doch jede Woche machen!“ ksm

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