Lampertheim

Diakonie Jugendberufshilfe unterstützt Einstieg in Arbeitswelt

Mehr junge Menschen mit höherem Abschluss betreut

LAMPERTHEIM.Die Schulabschlüsse werden immer höher, die Hilfesuchenden immer älter. Diese klare Tendenz stellt die Jugendberufshilfe in ihrem Jahresbericht fest. In einem Pressegespräch hat die Einrichtung die Statistik für 2018 vorgestellt. Die Fachstelle des Diakonischen Werks in der Industriestraße 35 unterstützt junge Menschen bis 27 Jahre bei der Berufsorientierung und -findung.

Das Angebot soll besonders schwierige Lebenslagen und Probleme in Schule, Familie und der Arbeitswelt miteinbeziehen. Häufig stelle etwa der Übergang von Schule zu Beruf eine große Herausforderung dar. „Wir helfen bei den Bewerbungsunterlagen, bereiten Vorstellungsgespräche und Eignungstests vor oder unterstützen junge Menschen dabei, einen Berufswunsch zu entwickeln. Kurzum: Wir begleiten den gesamten Berufsweltprozess“, erklärten Tatjana Maier-Borst und Kerstin Biehal beim Gespräch. Gemeinsam mit Bereichsleiterin Marion Persson stehen die zwei Sozialarbeiterinnen in Lampertheim bereit.

Mehr Männer als Frauen

Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 132 Menschen Hilfe in Anspruch. 94 davon hatten einen Migrationshintergrund. Außerdem kamen mehr Männer (75) als Frauen (57). Mehr als drei Mal Kontakt zu den Sozialarbeiterinnen hatten 59 Personen. Ein Großteil war zwischen 18 und 20 Jahre alt, mehr als zwei Drittel der Ratsuchenden war bereits volljährig. „Dass die Menschen, die uns aufsuchen, immer älter werden, hängt vor allem mit der steigenden Anzahl höherer Schulabschlüsse zusammen“, ist sich Maier-Borst sicher. Seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2015 ist der Anteil der Menschen mit einem höheren Abschluss als dem Hauptschulabschluss von 25 Prozent auf fast 50 Prozent gestiegen. „Unsere Erfahrung ist, dass dieser Weg vielen mittlerweile leichter und vielversprechender erscheint. Ein Hauptschulabschluss hält beim Berufseinstieg oft Schwierigkeiten bereit“, berichtete Kerstin Biehal.

Zur Jugendberufshilfe findet die große Mehrheit über Familie, Freunde und Bekannte oder aus eigenem Antrieb. So sei die Fachstelle nicht auf „Zuweisungen“ Dritter angewiesen, was auch eine höhere Eigenmotivation der Klienten mit sich brächte. Außerdem bestätige es den hohen Bekanntheitsgrad der Einrichtung – zumindest in Lampertheim. Denn die Fachstelle ist auch für Bürstadt, Lorsch, Groß-Rohrheim und Biblis zuständig. Ein Gros kommt aber aus der Spargelstadt und den Stadtteilen (61 Prozent). „Das zeigt, wie wichtig Betreuung vor Ort ist.“

Bei vielen Klienten hatte die Beratung im vergangenen Jahr Erfolg. 23 Jugendliche haben eine duale oder schulische Ausbildung begonnen. Elf Personen gehen inzwischen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. 20 Männer und Frauen werden allerdings noch über das Jahresende hinaus betreut. Sechs junge Leute, die beim Eintritt „keinen Status“ hatten, seien in das „Hilfssystem“ integriert worden.

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