Lampertheim

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Lampertheim Infoveranstaltung Rettungshunde klärt über mögliche Ausbildung auf

Mensch und Tier gemeinsam im Einsatz

Lampertheim.Hitchcock legt sich hin und wartet geduldig, was auf ihn zukommt. Er ist ein Altdeutscher Schäferhund und anderthalb Jahre alt. Seine Hundehalterin ist Stefanie Hagemann aus Bürstadt. Sie hatte von der Infoveranstaltung Rettungshunde beim Ortsverband Lampertheim der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gelesen und war neugierig geworden.

Am Samstag war Hagemann die einzige Teilnehmerin, aber für den Sonntag hatten sich weitere angemeldet. Susanne Hanselmann, Vereinsvorsitzende und Staffelleiterin, schraube ihre Erwartungen nicht hoch. Schon wenn ein Team, Hundeführer und Hund, neu zur Staffel käme, wäre das gut. Am Samstagvormittag sind auch die DLRG-Hundeführer Sarah Hoth und Dennis Ott zur Stelle. Sie zeigen der Teilnehmerin und ihrem Vierbeiner erst einmal die Räumlichkeiten der DLRG. Auch in die Fahrzeughalle geht der Rundgang. Vier Einsatzfahrzeuge gehören zum Fuhrpark. Die Hundeführer erklären die Ausstattung des Kommandowagens, dem Führungsfahrzeug für den Ortsverein und Einsatzzentrale für die Rettungshundestaffel. Deshalb wird es von den Fachleuten auch Hundeauto genannt. Denn für den Transport der Hunde wurden in das Auto auch Hundeboxen eingebaut.

In einer wartet inzwischen Neo, der Hund von Sarah Hoth, der stellvertretenden Staffelleiterin. „Im Innenraum des Autos sind alle Apparate, die bei einem Einsatz benötigt werden“, erklärt Susanne Hanselmann – wie ein Laptop, Funkgeräte und ein Kühlschrank. Dann geht es weiter zu den unterschiedlichen Einsatzbooten. Diese sind entsprechend der Anwendungsaufgaben ausgestattet.

Es scheint, als wenn auch Schäferhund Hitchcock gut zuhört. Seine Besitzerin weiß das Multitalent von ihrem Schäferhund zu schätzen. Auch wenn diese Art Hunde gute Schnüffler und Lebensretter sind, stellt Susanne Hanselmann klar, dass die ausgebildeten Rettungshunde bei der Suche nach Vermissten oder Ertrunkenen nicht in das Wasser springen. „Der Hund bleibt im Boot!“ Er suche in der Luft nach Geruchsstoffen. Wenn eine Ausbildung zustande komme, die mit einer Prüfung abgeschlossen wird, und wenn währenddessen ein Hund in das Wasser springe, sei er durchgefallen. Auskunft über einen Fund könnten die vierbeinigen Retter mit verschiedenen Zeichen, wie Tönen oder mit den Ohren wackeln, von sich geben. Auch ausgediente, ältere Hunde eigneten sich für die Funktion. Um die Kriterien durchzusprechen und die Aufgaben näher zu bringen, führe man die Infoveranstaltung durch.

Die Ausbildung fordere den Hund, körperlich und geistig, erläutert Thomas Hanselmann vom Wasserrettungsdienst. So wird die Unterordnung geübt und ob der Hund mit vier Menschen im Boot auskommt. Schließlich beschäftigt sich die Fachgruppe vor allem mit der Wasserortung. Im Ernstfall bilden der Hundeführer, der Hund und die Bootsbesatzung eine Mannschaft. Allerdings muss der Rettungshundeführer schwimmen können und das Rettungsschwimmerabzeichen in Silber besitzen. „Aber man kann alles lernen“, ermuntert Thomas Hanselmann. roi

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