Lampertheim

Speedcubing Rund 100 Teilnehmer messen sich bei der „Hessen Open“ in der Zehntscheune in verschiedenen Kategorien

Mit dem Zauberwürfel zum Titel

Lampertheim.Jeder kennt ihn, doch für die meisten bleibt er ein Rätsel: Der Rubiks Cube oder Zauberwürfel, der 1974 von Bauingenieur und Architekt Ernö Rubik erfunden wurde, ist seit Jahrzehnten das wohl beliebteste Drehpuzzle. In der Lampertheimer Zehntscheune fand zum achten Mal die „Hessen Open“ im Speedcubing statt, also der Sportart, in der es darum geht, ein Drehpuzzle in kürzester Zeit zu lösen.

Bei den „Hessen Open“ lösten die Teilnehmer allerdings nicht nur den bekannten 3x3x3-Zauberwürfel, sondern versuchten, sich in insgesamt 16 Disziplinen zeitlich zu unterbieten. Dabei gab es neben Zauberwürfeln mit einer Größe von bis zu 7x7x7 Feldern auch Sondermodelle wie etwa Pyraminx oder Megaminx. In einer weiteren Kategorie galt es, so viele Würfel wie möglich mit verbundenen Augen zu lösen.

Grundsätzlich bekamen alle Spieler in einer Kategorie einheitlich vermischte Würfel, die sie sich für ein paar Sekunden anschauen durften und dann ablegen mussten, bevor die Stoppuhr mit dem ersten Drehen des Würfels loslief. Die Teilnehmer mussten sich also so schnell wie möglich einen Lösungsweg überlegen, um mithilfe von auswendig gelernten Bewegungsfolgen, sogenannten Algorithmen, den Würfel schnellstmöglich in seine ursprüngliche Form zu drehen.

Teilnehmer aus aller Welt

Speedcuber Fin Thiessen hat rund 500 dieser Algorithmen für den klassischen Würfel im Kopf, wie er verriet. Man könnte einen 3x3x3 Rubiks Cube zwar in jedem Fall mit sieben Algorithmen lösen, doch Speedcuber Fritz Löhr erklärte es so: „Stellt man sich ein Navigationsgerät vor, das nur wenige Straßen kennt, so kommt man irgendwie von Amsterdam nach Paris. Doch kennt das Gerät viele verschiedene Routen und Schleichwege, so kommt man deutlich schneller ans Ziel. Genauso ist das beim Speedcubing: Wer viele Algorithmen kennt, kommt schneller zum Ziel.“

Organisiert wurde der Wettbewerb von Fabian Simon in Kooperation mit der Jugendförderung Lampertheim. Simon ist selbst Speedcuber und wird schon seit 2012 von einem Team junger Erwachsener aus der Speedcubing-Szene bei der Organisation der Veranstaltung unterstützt. Er ist sehr dankbar, dass die Stadt ihm den Raum für den Wettbewerb kostenlos zur Verfügung stellt.

Hanns Hub, der ein Speedcuber der älteren Generation ist, erklärte, dass der Wettbewerb in Lampertheimer immer beliebter werde. In diesem Jahr waren die Startplätze in wenigen Tagen vergeben. Es kamen etwa 100 Speedcuber im Alter von zehn bis 53 Jahren zusammen, um ihre persönlichen Bestzeiten zu schlagen.

Fabian Simon war der einzige Teilnehmer aus Lampertheim. „Aus der näheren Umgebung sind ein paar Darmstädter dabei. Ansonsten kommen die Teilnehmer von überall her“, erklärte er. Selbst das Organisationsteam war bunt gemischt. Fin Thiessen war aus Hamburg angereist. Es kamen aber auch Speedcuber aus Frankreich, Finnland oder Südkorea.

Da die Sportart in Deutschland noch nicht so verbreitet sei, gebe es nicht so viele Wettkämpfe, weshalb die Spieler auch lange Distanzen in Kauf nehmen würden. Eine weitere Besonderheit beim Speedcubing sei, dass Anfänger und Profis bei Wettbewerben wie in Lampertheim aufeinandertreffen, da sich grundsätzlich jeder als Teilnehmer registrieren kann, unabhängig von seinen Vorkenntnissen.

Die Gewinner der 16 Kategorien bei den „Hessen Open“ wurden mit Urkunden belohnt. Besonders erfolgreich waren die Wettkämpfe für Kevin Gerhardt, der in sechs Disziplinen auf Platz eins kam. Jules Desjardin aus Frankreich und Henri Gerber belegen beide je zweimal den ersten Platz.

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