Lampertheim

Sportlerehrung Stadt zeichnet 161 Athleten aus / Kuriose Erfolgsgeschichten und beeindruckendes Engagement von Aktiven und den Menschen im Hintergrund

Mit Flohmarkt-Fahrrad zum Landesmeistertitel

LAMPERTHEIM.Erfolg geht nicht immer den geraden Weg. Und manch verrückte Geschichte kann nur der Sport schreiben. Für den Lampertheimer Moritz Czasa beginnt alles mit einem Fahrrad vom Flohmarkt. Keine drei Jahre ist es her, da bringt der heute 17-Jährige den alten Drahtesel zum Mannheimer Altmeister Willi Altig in dessen Radgeschäft. Der macht ihn renntauglich für die Bahn. „Das hat bisher ganz gut geklappt“, sagt Czasa grinsend ins Mikrofon, als er am Freitagabend für seine Leistungen ausgezeichnet wird. Damit lässt der Jugendliche Moderator Fritz Röhrenbeck und rund 250 Gäste in der Hans-Pfeiffer-Halle auflachen.

Denn inzwischen ist Czasa Deutscher U17-Meister im „Madison 2er“ und mehrfacher baden-württembergischer Meister für den RRC Endspurt Mannheim. Dafür wurde er zur Sportlerehrung der Stadt Lampertheim eingeladen und mit ihm 161 Sportler aller Altersklassen, die 2018 herausragende Leistungen gezeigt hatten. Kreispokalsieger, Hessenmeister, Deutscher Meister und sogar Weltmeister – Lampertheim hat sie alle.

Mit der alljährlichen Sportlerehrung will die Stadt ihre Verbundenheit mit ihren Sportlern und die große Bedeutung des Sports und der ehrenamtlichen Strukturen für die Gesellschaft zum Ausdruck bringen. „Sport hat nicht nur große Bedeutung für den Einzelnen, sondern für die ganze Gesellschaft“, betonte Bürgermeister Gottfried Störmer. Sport sei nicht nur Freizeitvergnügen, sondern vermittle Kompetenzen wie Disziplin, Teamfähigkeit, Verlässlichkeit, halte gesund und diene als Ausgleich zur Alltagshektik.

Stadtrat Hans Schlatter, früher selbst aktiv und vom Bürgermeister scherzhaft zum „Obersportler“ Lampertheims ernannt, zeichnete die Athleten gemeinsam mit Spargelkönigin Christin I. mit Medaille und Präsent aus. Besonders erfolgreich war einmal mehr der Wassersport. Dabei glänzte nicht nur der WSV mit etlichen Meistertiteln, sondern auch der Kanu-Klub und die Schwimmgemeinschaft Neptun. Die Schwimmer berichteten im Interview von „eiskalten Trainingseinheiten“ ohne das Hallenbad. „Das härtet ab“, meinte Benjamin Medert achselzuckend.

Als Einzelsportler zu Wasser wurden außerdem die Weltmeister Emily Bildat (Kajak-Club Nord-West Berlin) im U21 Kanu-Polo und Max Lemke (WSV Sandhofen) im K4 über 500 Meter geehrt.

Der Lampertheimer Kanu-Klub überzeugte aber auch auf der Matte. Die Taekwondo-Abteilung von Karl-Heinz Ihrig holte gleich drei WM-Titel. In Lampertheim spielten aber nicht nur die ganz jungen Talente groß auf. Besonders stolz konnte auch Irma Barillon vom Tischtennisclub sein, die bei den Weltmeisterschaften in Las Vegas im Doppel Bronze gewonnen hatte. Und auch eine ganz neue Sportart war bei den Ehrungen vertreten: Michael Weidner wurde für seinen Deutschen Meistertitel im Backgammon ausgezeichnet.

„Das zeigt: Wir haben hervorragende Sportler in Lampertheim, die unseren Ruf als Sportstadt weit über die Stadtgrenzen hinaus tragen“, freute sich Bürgermeister Störmer. Er vergaß nicht, die vielen Menschen im Hintergrund zu würdigen. Erfolg habe viele Väter und Mütter. Neben den Eltern meinte er damit besonders Trainer und Vereine. ksm

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