Lampertheim

Geschichte Dokument Alfred Delps aus der Todeszelle am Sonntag zu sehen / Ausstellung über Leben und Wirken des Paters geplant

Mit gefesselten Händen Gelübde abgelegt

Lampertheim.Alfred Delp, dieser Name ist ein Synonym für Standfes- tigkeit und Glaubenstreue in widrigen Zeiten. Am 8. Dezember vor 75 Jahren entschied sich der Jesuitenpater, seinem Widerstand gegen das Nazi-Regime treu zu bleiben und nahm dafür seinen Tod in Kauf.

Alfred Delp ist in Hüttenfeld aufgewachsen. Die St. Andreasgemeinde hat das Andenken unter Pfarrer Peter Hammerich durch den Bau einer Kapelle gewürdigt. Auch der heutige Pfarrer Christian Rauch bezeugte seine persönliche Nähe zur Person und zum Wirken Alfred Delps im Pressegespräch.

Beim Öffnen seiner ersten Post als neuer Pfarrer habe er einen Brief vorgefunden, der von einem Neffen der Familie Delp stammte und der ihm eine erfolgreiche Pfarrzeit wünschte. Dies habe ihn bewogen, sich mit der Person Alfred Delps näher zu befassen und sich nach Belegen seines Wirkens zu erkundigen. Im Münchener Archiv der Jesuiten sei er mit dem Original des Treuegelübdes Delps fündig geworden. Dieses sei erhalten worden, nachdem Delp nach seiner Verurteilung zum Tode – er war als Sympathisant des Kreisauer Kreises unter Helmut Graf Moltke angeklagt worden – vom Gestapogefängnis nach Tegel verlegt worden sei. Dort habe er in Anwesenheit des Vertreters des Jesuitenordens, Franz von Tattenbach und einem Gefängniswärter, sein Gelübde abgelegt.

Aus Gefängnis geschmuggelt

„Mit gefesselten Händen unterschrieb er“, berichtet Rauch. Das Dokument sei aus dem Gefängnis geschmuggelt worden. Zuvor habe Delp ein Gnadenangebot der Nazis abgelehnt, die als Gegenleistung den Austritt aus dem Orden verlangt hätten. Am 2. Februar 1945 wurde Alfred Delp in Plötzensee hingerichtet. Am Sonntag wird das Dokument anlässlich eines feierlichen Hochamts, bei dem das Gedenken von Pater Alfred Delp im Mittelpunkt steht, ausgestellt, um allen Kirchgängern die Gelegenheit zu geben, sich mit dem bekanntesten Sohn Lampertheims zu befassen. Der Chor „Ephata“ wird unter der Leitung von Maria Karb den Gottesdienst musikalisch umrahmen.

Wie Pfarrer Christian Rauch weiter berichtet, ist in der Zeit von 2. bis 9. Februar eine Ausstellung über das Leben und Wirken des Paters in der Alfred-Delp-Kapelle geplant. Dort werden persönliche Dinge wie sein Rosenkranz oder auch sein Abiturzeugnis zu sehen sein. Obendrein ist es Rauch gelungen, das Urteil des Volksgerichtshofes unter Roland Freisler und das Gnadengesuch der Mutter zu beschaffen. sto

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