Lampertheim

Innenstadt Bürgermeisterkandidaten setzen unterschiedliche Schwerpunkte / Frage nach Umsetzung und Bezahlbarkeit

„Mit kreativen Ideen rangehen“

Lampertheim.„Wir müssen neue Wege gehen“, antwortete Bürgermeisterkandidat Lothar Pfeiffer auf die Frage von SHM-Moderator Martin Schulte, wie es in der Innenstadt weitergehen soll. An eine Wiederbelebung der Kaiserstraße mit einem florierenden Einzelhandel glaubten weder Pfeiffer noch seine beiden Kontrahenten Gottfried Störmer und Marco Steffan.

Auch unter einer Wiederbefahrbarkeit der Fußgängerzone machte Pfeiffer einen Strich: „Das Thema ist durch.“ Stattdessen gelte es, neue Zentren zu erschließen wie jenes Gebiet zwischen Domgasse und Emilienstraße. Für Marco Steffan war obendrein klar: Neben der Eisdiele am kleinen Schillerplatz brauche die Innenstadt ein weiteres „Zugpferd“, etwa einen Lebensmittel- oder einen Drogeriemarkt. Der Stadt empfahl er, als Zwischenmieterin von leerstehenden Immobilien für eine geeignete Belegung zu sorgen.

Unterdessen berichtete der Bürgermeister von Gesprächen der Stadt mit Eigentümern, mit dem Ziel, die Erlebnis- und Aufenthaltsqualität der Innenstadt zu erhöhen. „Wann kriegen die Menschen was zu sehen?“, wollte Moderator Schulte von Störmer wissen, der darauf hinwies, dass bisherige Ansiedlungswünsche von Geschäftsleuten in der Regel an der unpassenden Größe der jeweiligen Immobilie beziehungsweise an der schwierigen Andienung scheiterten.

Dass es einen Interessenten gebe, der das Schiller-Café ausbauen und einen Wirt, der es betreiben wolle, bestätigten Pfeiffer wie Störmer. Namen nannten sie aber nicht. Stattdessen musste der Bürgermeister zur Frage einer Besucherin Stellung nehmen, ob die Interessen der Anwohner an einer ungestörten Wohnlage in den Debatten über eine Innenstadtbelebung gewahrt würden. Für eine „Feiermeile“ trete er jedenfalls nicht ein, wohl aber für einen gelungenen Mix aus Geschäften und Gastronomie, meinte Störmer. Kontrahent Steffan sah die Innenstadt vor allem als kulturellen Betätigungsort für Vereine und Chöre. Und er warb um Verständnis dafür, dass es in einer Innenstadt grundsätzlich lauter sei als in den Randbereichen.

Multifunktions- statt Sedanhalle

Für eine Multifunktionshalle auf dem Areal zwischen Domgasse und Emilienstraße machte sich lediglich Lothar Pfeiffer stark. Der Bürgermeister bevorzugte dagegen den künftigen Biedensand-Campus als Standort für eine Kulturstätte. Marco Steffan brachte als Alternative den Platz ins Spiel, auf dem jetzt noch die Sedanhalle steht. „Und wer bezahlt das?“, wollte Moderator Schulte von den Befürwortern einer solchen Halle wissen. „Dafür brauchen wir halt ein gutes Stadtmarketing“, meinte Pfeiffer, während Steffan die Mittel aus dem Stadtumbau-Programm des Landes für ausreichend hielt. Vom Bürgermeister wurde er indes darauf hingewiesen, dass die Landesförderung bis zu 67 Prozent der Kosten betrage. Allerdings sei eine Multifunktionshalle in der Innenstadt keine städtische Aufgabe, sondern die eines Investors.

Marco Steffan will mit Blick auf die Versorgung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung„mit kreativen Ideen rangehen“. Um den Lampertheimer Wochenmarkt attraktiver zu machen, riet Steffan, die Liste geeigneter Beschicker „abzutelefonieren“. Wie er aber etwa in Hüttenfeld einen Einkaufsmarkt ansiedeln will, wusste auch er nicht. Hier verwies der Bürgermeister auf die städtische Unterstützung eines Dorfladens im Bürgerhaus.

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