Lampertheim

Mit Mehrkosten ist zu rechnen

Zu: „Wer mitdenkt und aktiv wird, kann Geld sparen“, SHM v. 6.1.2018

Die Stadt Lampertheim vermeidet es in ihren Veröffentlichungen zur Umstellung des Abfallgebührensystems bisher auf die konkret zu erwartenden Gebühren einzugehen. Auch der Artikel im „Südhessen Morgen“ vom 6. Januar „Wer mitdenkt und aktiv wird, kann Geld sparen“ wird hierzu nicht deutlicher. Es wird lediglich auf mögliche Einsparmöglichkeiten, nicht aber auf zu erwartende Mehrkosten bei gleicher Inanspruchnahme der Abfallentsorgung hingewiesen (siehe Homepage der Stadt Lampertheim: www.lampertheim.de/bauen-energie-umwelt/umwelt/abfallwirtschaft).

Zu den Gebühren wird lediglich auf den Gebührenrechner des ZAKB (http://www.zakb.de/) verwiesen. Hat man diesen endlich (...) gefunden, nennt dieser (...) lediglich die Grundgebühr und die Kosten einer Zusatzleerung, ohne dass die Anzahl der Zusatzleerungen gewählt werden kann und die Gesamtkosten bei den gewählten Zusatzleerungen angezeigt werden. Leider wird die Eingabe der Anzahl der Zusatzleerungen nicht zugelassen und danach (wie für die Zusatzbehälter geschehen) die Gesamtsumme ausgewiesen. Dadurch wäre die Gebührenerhöhung jedoch offensichtlich gewesen, was wohl nicht gewünscht war.

Die Stadt Lampertheim weist im oben genannten Zeitungsartikel und auf ihrer Homepage zwar auf die Einsparmöglichkeiten hin, indem weniger Leerungen als bisher in Anspruch genommen werden. Dies ist aber nach meinen Erfahrungen nur ganz eingeschränkt möglich. Eventuell gelingt es bei den Restmüllleerungen bis zu drei Leerungen gegenüber den bisher 13 Leerungen einzusparen, so dass tatsächlich keine Zusatzleerungen erforderlich werden. Ausgeschlossen dürfte dies aber bei den Bioabfällen sein, wo statt bisher 39 Leerungen nur noch 18 Leerungen in der Grundgebühr enthalten sind. Dies bedeutet, dass für die Biotonne in den Wintermonaten nur noch alle vier Wochen (statt bisher alle zwei Wochen) und im Sommer nur noch alle zwei Wochen (statt bisher wöchentlich) Leerungen in der Grundgebühr eingerechnet sind. Dies stellt eine Verlängerung der in die Gebühr einkalkulierten Abfuhrrhythmen um das Doppelte oder anders ausgedrückt eine Leistungskürzung um 54 Prozent dar.

Zwar war auch unsere Biotonne nicht immer voll gefüllt, jedoch ist es meines Erachtens hauptsächlich im Sommer unabhängig vom Befüllungsgrad bereits aus hygienischen Gründen nicht zumutbar, einen zweiwöchigen Rhythmus einzuhalten, so dass dadurch zahlreiche Zusatzleerungen anfallen werden.

Ohne Zusatzleerungen ändert sich meine Jahresgebühr bei einer 80-Liter-Restmülltonne nur ganz geringfügig von bisher 145,20 Euro auf 144,68 Euro. Meines Erachtens können aber gerade bei der Biotonne die angebotenen Einsparmöglichkeiten nicht genutzt werden, so dass es letztlich zu einer versteckten Gebührensteigerung kommt. Diese beträgt auf das Gesamtsystem Rest, Bio und Papier bezogen bei meiner Tonnengröße (80-Liter-Restmüll) und Inanspruchnahme der bisherigen Leistung (sprich Leerungen) 81,36 Euro bzw. exorbitante 56 Prozent. Während nur geringe Einsparmöglichkeiten bestehen (zum Beispiel durch Nutzung einer geringeren Tonnengröße beim Restmüll), müssen die Gebührenzahler also mit erheblichen Mehrkosten durch die Zusatzleerungen rechnen. (...) Hinzu kommt noch die weitere versteckte Gebührenerhöhung für die Anmeldung von Sperrmüll (bisher kostenlos) von zehn bzw. fünf Euro für Online-Kunden.

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