Lampertheim

Tag der offenen Tür NABU-Ortsgruppe zeigt, wie viele Tiere auf dem Gelände der ehemaligen Grube Feuerstein heimisch sind

Molche, Frösche und Kröten

Lampertheim.Die Sandgrube Feuerstein, ein wertvolles Rückzugsgebiet für bedrohte Tiere und Pflanzen, wird von den Lampertheimer Naturschützern gehegt und gepflegt. Jetzt lud die Ortgruppe des Naturschutzbundes (NABU) zum Tag der offenen Tür. Zahlreiche Besucher kamen, um das Gelände zu besichtigen und die Arbeit der der Gruppe kennenzulernen.

Die NABU-Mitglieder erklärten den Wissbegierigen das Biotop und gaben Tipps, wie sie selbst der Umwelt etwas Gutes tun können. Eine wichtige Aufgabe sei, die Kinder zum aktiven Naturschutz hinzuführen, erklärte zweiter Vorsitzender Klaus Feldhinkel. „Bei uns gibt es außerdem Natur zum Anfassen“, ergänzte Gabriela Pietraß. Die kleinen und großen Besucher konnten Kaulquappen, Bergmolche, Grasfrösche und Kreuzkröten in den Terrarien bestaunen. Klaus Feldhinkel hatte sogar einen Feuersalamander aus dem Odenwald zur Besichtigung mitgebracht. „Den setze ich später wieder in seinem ursprünglichen Lebensraum aus“, betonte er.

Während sich Lea traute, eine Kröte in die Hand zu nehmen, schaute ihre jüngere Schwester Anna erst einmal nur zu. „Die Kröten sind gar nicht glitschig“, hatte Naturschützerin Pietraß die Mädchen ermutigt.

„Wir sind das erste Mal hier“, erklärten die Eltern Ulf und Sabine Eberhardt. Auch ihr Sohn Nils und sein Freund Luca nahmen an der Führung teil, die NABU-Vorsitzende Andrea Hartkorn leitete.

An einem großen Sandhügel blieb die Gruppe stehen. Sobald es warm werde, könnten dort Wildbienen beobachtet werden. Denn der Hügel diene als Nistplatz, hieß es.

Nützlinge schützen

In Deutschland seien rund 560 Arten von Wildbienen heimisch, erläuterte Hartkorn. Diese erfüllten eine große Aufgabe: das Bestäuben von Nutzpflanzen. Da viele Wildbienen aber bedroht seien, wollten die Ehrenamtlichen die Nützlinge schützen.

Aus nächster Nähe war unterdessen der Gesang eines Zilpzalps zu hören. „Sein Name wird von seinem Gesang, dem unermüdlichen ‚zilp, zalp‘ abgeleitet“, erklärte Hartkorn.

Der nächste Halt war an einem abgestorbenen Baumstamm, der Insekten Lebensraum bietet. Deshalb werde das Totholz bewusst liegengelassen. Viele Pflanzen- und Tierarten seien auf bestimmte Zersetzungsphasen angewiesen.

An einem Info-Stand gab es Flyer, etwa zu Themen wie „Stoppt das Artensterben“ oder „Lebendige Vorgärten“. In der Ausstellung „Heimische Schmetterlinge“ wurde gezeigt, wie man die Tiere schützen kann. Beispielsweise durch das Anlegen von Wildblumenwiesen.

Naturschützer Dieter Melchior wünschte sich im Hinblick auf die Amphibienwanderung, dass die Spargelbauern auf den angrenzenden Feldern auf rund 15 Meter verzichteten und dort die Folie von den Spargelbalken nähmen, damit die Amphibien die Chance hätten, das Feld zu überqueren.

Landwirt Heinz Karb, der zu dem Zeitpunkt seine Spargelanlagen betreute, erklärte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass er sehr wohl auf Naturschutz bedacht sei. Seine Folien habe er daher erst vor Kurzem gelegt, als er habe annehmen können, dass die Amphibienwanderung abgeschlossen sei. Außerdem zeigte er, dass er auch Blühstreifen in regelmäßigen Abständen auf seinem Acker angelegt habe. „Damit auch das Wild wechseln kann“, betonte Karb.

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