Lampertheim

Jubiläum Paar feiert Diamant-Hochzeit / Bräutigam verspätete sich

„Momme, der kimmt net“

Lampertheim.Nicht so oft hört man von einer Diamantenen Hochzeit, denn immerhin sind ja seit der Trauung 60 Jahre vergangen. Hildegarde und Erwin Boll können auf diese lange gemeinsame Zeit zurückblicken und wie beide versichern, war es eine erfüllte und glückliche Zeit. Sicherlich trägt zu diesem Wohlbefinden auch die körperliche Konstitution bei, denn sowohl Hildegarde (79) als auch Ehemann Erwin (82) stehen noch selbstständig im Leben.

Jubilar Erwin Boll ist in Lampertheim geboren und hat dort auch Schule und Ausbildung als Schreiner absolviert. Bei der Firma Lust hat er 27 Jahre lang wechselnde Tätigkeiten ausgeübt, bis der Möbelfabrikant für immer seine Pforten in Lampertheim schloss. „Der Benz“ wurde Bolls zweite Berufsheimat, wo er bis zur Verrentung arbeitete.

Kavalier im Kino

Hildegarde Boll war bis 1946 wohnhaft im Egerland, bis sie die Vertreibung erst nach Buchen, später nach Lampertheim führte. Hier kreuzten sich auch die Schicksalswege. Damals war Ausgehen ins Kino das größte Freizeitvergnügen. Hier trafen die beiden sich und als Kavalier brachte Erwin auch Hildegarde nach Hause und wärmte sie bei kaltem Wetter. „So kam man sich halt näher“, erzählt er lakonisch. Sein Hobby war der Wassersport. Mit 12 Jahren fuhr er sein erstes Rennen für den Kanuclub und 1954 erreichte er im 4-er Kajak einen dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften.

Mit seiner Hildegarde wurde der Bootssport im Faltboot fortan mehr zum Freizeitvergnügen. Los ging es einmal sogar vom Bodensee. 1958 haben sie geheiratet. Wie sich Hildegarde erinnert, sollte sie am Hochzeitstag abgeholt werden, aber der zukünftige Ehemann kam nicht bei. „Momme, der kimmt net“, hat sie immer wieder voller Sorge zu ihrer Mutter gesagt, aber er kam dann doch und alles wurde gut. 1961 kam Tochter Pia, 1966 Sohn Gerd zur Welt. Mittlerweile zählt noch Enkelkind Marcel zur Familie. In der Wormser Straße wurde ein Haus gebaut und das Anwesen mit Garten ist mittlerweile ein kleines Paradies. Bürgermeister Gottfried Störmer konnte denn auch einem glücklichen Ehepaar gratulieren. „Wir lieben uns immer noch nach all dieser Zeit“, sagt die Jubilarin und der Jubilar nickte dazu bestätigend. sto

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