Lampertheim

ICE-Strecke Bürgerinitiative und Bauern hoffen auf Resonanz

Morgen große Demo gegen ICE-Trasse C

Archivartikel

Lampertheim.Die Bürgerinitiative Lampertheim (Bila) und die örtlichen Landwirte rufen zur Demonstration gegen die Variante C der Deutschen Bahn als neuer Trasse für den ICE auf. Diese Streckenführung bedeutet die diagonale Zerschneidung von Wald und Feld zwischen Lorsch und Mannheim. In die Wälder würde hier eine 80 Meter breite Schneise geschlagen werden müssen, rund 40 Hektar (1 Hektar = 10 000 Quadratmeter) ertragreiche landwirtschaftliche Anbaufläche würden dem Projekt zum Opfer fallen, erklärten Sprecher von Bila und Landwirten in einer Pressekonferenz. Die Bahn will sich bis Jahresende auf eine Vorzugstrasse festlegen. Weil aus Sicht der Bila die C-Trasse die am wenigsten aufwendige Variante darstelle, fürchtet die Initiative deren Favorisierung seitens der Bahn.

Wie berichtet, hat auch Bürgermeister Gottfried Störmer zur Teilnahme an dem Protest aufgerufen. Er bitte alle Bürger, denen es möglich ist, am Sonntag in die Heide zu kommen. Man müsste ein starkes Zeichen setzen, sagte Störmer.

Deshalb hoffen Bila und Landwirte auf rege Beteiligung an ihrer Demonstration am Sonntag von 10 bis 16 Uhr in der Heide bei Neuschloß. Zu einer Veranstaltung im März waren über 2000 Menschen gekommen. „Nun brauchen wir noch mehr“, sagte Ulrich Guldner, der Sprecher der Bila. Er appellierte an „alle, die laufen können“, am Sonntag in die Heide zu kommen. Es sei wichtig, der Bahn ein beeindruckendes Zeichen zu senden.

Die Bila betonte, nicht grundsätzlich gegen einen Neubau der ICE-Strecke Frankfurt-Mannheim einzutreten. Die Initiative schlägt vielmehr vor, eine neue Trasse an den Autobahnen 6 und 67 zu bündeln.

Rote Ballons zeigen Dimension

In der Feldflur haben die Organisatoren einen sieben Kilometer langen Rundweg eingerichtet. An sieben Stellen gibt es Informationen und Anschauung über die Konsequenzen für die Natur, wenn die C-Trasse käme. So würden zum Beispiel im Biotop Grube Feuerstein die Vogelpopulationen oder streng geschützte Fledermäuse gefährdet beziehungsweise vertrieben. Vier Traktoren mit Anhängern fahren Teilnehmer, die nicht den gesamten Weg laufen wollen von Station zu Station. Darunter sind auch Verpflegungs- und Sanitärstopps. Die Landwirte werden die bedrohte Fläche mit roten Ballons von einem Meter Durchmesser markieren, um die Dimension des Vorhabens deutlich zu machen. Die Initiatoren bitten die Teilnehmer, nicht mit dem Auto nach Neuschloss zu kommen, sondern das Fahrrad zu nehmen.

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