Lampertheim

TV Lampertheim Gerätturnerinnen bei Frühjahrsrunde in Bürstadt aktiv / Fünf Treppchenplätze für Spargelstädterinnen

Nachwuchs zeigt sein Können

Archivartikel

Lampertheim.Wann ist Nachwuchsarbeit erfolgreich? Dann, wenn Kinder, Eltern und Trainer um die Wette strahlen. Das war bei der Frühjahrsrunde der Gerätturnerinnen im Turngau Bergstraße der Fall: Die jüngsten Turnerinnen des TV Lampertheim, die zum Teil ihren ersten Wettkampf überhaupt bestritten, räumten bei diesem Mannschaftswettkampf mächtig ab. Doch auch die älteren Turnerinnen überzeugten – und so standen am Ende fünf Treppchenplätze auf der Bilanz der Spargelstädterinnen.

Gerade mal fünf, sechs Jahre alt, war dieser Wettkampf in der Bürstädter August-Held-Halle für die Mannschaft der Altersklasse (AK) 2012 und jünger ein ganz besonderes Erlebnis. Genau auf den Punkt konzentriert zu sein, den Ablauf der Übungen an Reck, Boden, Balken und Sprung nicht zu vergessen und dabei abzurufen, was man im Training gelernt hat – auf diese Aufgabe hatte Trainerin Kirsten Poubouridis die Mädchen vorbereitet.

Die Aufregung war Martha Bastert, Lotte Hensel, Alina Pinner, Anna Schmitt, Maylin Sweeney und Mira Unterseher dennoch anzumerken. Der Leistung tat dies keinen Abbruch: Insbesondere am Sprung und Boden zeigten die Mädchen, dass sie sich vor der Konkurrenz nicht verstecken müssen. Lediglich minimale Rückstände am Reck und Balken sorgten dafür, dass die Mädchen hinter der SG Wald-Michelbach auf Platz zwei von vier landeten.

„Ein Mannschaftswettkampf ist für den Einstieg gut geeignet“, sagt Trainerin Poubouridis. Schließlich kommen jeweils nur drei Mädchen in die Wertung, kleine Patzer können so ausgeglichen werden – wenn es diese denn gibt. Bei Maylin Sweeney war das nicht der Fall: Erst seit einigen Monaten Mitglied der Gerätturngruppe des TV Lampertheim, ließ sie alle anderen Mädchen des Wettkampfs hinter sich. Als Einzelstarterin hätte dies Platz eins bedeutet.

Sieg mit hauchdünnem Vorsprung

Platz eins als Mannschaft sicherten sich die Lampertheimer Turnerinnen der AK 2010 und jünger. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von zwei Zehnteln platzierten sie sich vor zwei Mannschaften aus Bensheim. Vor allem die starken Leistungen am Boden trugen zu diesem Erfolg von Viktoria Pinner, Greta Reitz, Marleen Schössow und Johanna Schütz bei. Besonders bemerkenswert: In der gleichen Altersklasse war ein weiterer Wettkampf ausgeschrieben, bei dem jedoch einfachere Leistungsstufen gezeigt werden mussten. Die sieben Mannschaften aus diesem Wettkampf ließen die Mädchen also quasi auch hinter sich.

Ähnlich sah es in der AK 2008 und jünger aus. Vier Mannschaften trauten sich hier maximal an die Leistungsstufe P5 heran. Gleich zwei Lampertheimer Teams starteten hingegen in einem Wettkampf, wo bis zur „P6“ geturnt werden darf.

Mit gut einem Punkt Vorsprung setzten sich Mathilda und Ella Bastert, Kalotta Köcher und Marie Strauß dabei gegen ihre Vereinskameradinnen Emilia Enders, Annina Geier, Lara Lenz und Madita Neuthinger durch. Hatten die Siegerinnen am Sprung und Boden die Nase vorne, überzeugten die Zweitplatzierten am Barren und Balken. Beste Turnerin war Mathilda Bastert, die mit 14,95 Punkten an Balken und Boden die höchsten Wertungen dieser Wettkampfklasse erzielte. Es folgten Madita Neuthinger und Annina Geier.

Insgesamt acht sehr ungleiche Mannschaften gingen in der „offenen Klasse“ an den Start. Wird ein Mannschaftsmitglied in diesem Jahr 14 Jahre alt, ist keine andere Altersklasse möglich. Das hat zur Folge, dass hier zum Teil zwölfjährige Mädchen gegen 18-, 19- oder gar 20-jährige junge Frauen antreten. Für die zahlreichen Zuschauer war dieser Wettkampf dennoch ein wahrer Augenschmaus. Übungen bis zur Schwierigkeitsstufe P9 waren zu sehen – auch von Lampertheimer Mädchen. Kippen am Barren, Salti vorwärts und rückwärts am Boden, akrobatische Elemente auf dem Schwebebalken und Tsukahara – ein Überschlag mit Bücken in der zweiten Flugphase – am Sprung sorgten für „Ahs“ und „Ohs“.

Trainerinnen sind zufrieden

Evelyn Graf, Leonie Langer, Alexia Poubouridis und Sydney Wennemede - geboren zwischen 2005 und 2007 - schlugen sich in diesem Umfeld vortrefflich. Mit den Plätzen 9, 6, 10 und 11 in der Einzelwertung zeigten sie die wohl homogenste Mannschaftsleistung aller Teams. Am Boden setzten sie sich mit 50,65 Punkten für die drei besten Turnerinnen sogar an die Spitze des Feldes. „Wir sind hoch zufrieden mit dieser Leistung. Schließlich war es der erste Wettkampf, an dem wir Übungen dieser Schwierigkeitsstufe gezeigt haben“, resümierte Trainerin Vanessa Ihrig. Eine P9, wie sie Leonie Langer trotz Verletzung an Boden und Balken gezeigt habe, habe es in der Geschichte des TV Lampertheim wohl noch nicht gegeben.

Das zweite Lampertheimer Team mit Gina Ernst, Anna Hartnagel, Christina Gustedt und Laura Wagner landete auf Platz sieben. „Eine absolut respektable Leistung gegen die zum Teil deutlich älteren Konkurrentinnen“, findet Trainerin Katja Wennemede. Sie freut sich besonders, dass es den Mädchen erstmals geglückt ist, an einem Teil der Geräte eine P7 zu zeigen. „Darauf können wir aufbauen“, sagt Wennemede. Schließlich steht der nächste Wettkampf – die Gau-Einzelmeisterschaft – kurz bevor: Sie finden am 31. März in Bensheim statt. red

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