Lampertheim

Jahreshauptversammlung Lampertheimer St. Georgspfadfinder können auf finanzielle Rücklagen zurückgreifen

Nachwuchsarbeit als Herzstück

Archivartikel

Lampertheim.Wenn vor dem Altar der Kirche Mariä-Verkündigung die Pinguine tanzen, dann sind die Pfadfinder los. Mit einem bunten, weil äußerst kindgerechten Programm hielten sowohl der Förderverein als auch der Stamm „Guy de Larigaudie“ der katholischen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) seine Jahreshauptversammlungen im Gotteshaus ab. Sowohl Björn Burwitz als Vorsitzender des unterstützenden Rechtsträgers, als auch Alicia Pfannmüller als Stammesvorsitzende wurden in ihren Ämtern für zwei weitere Jahre einstimmig bestätigt.

Dass bei den katholischen Pfadfindern in Lampertheim aber tatsächlich nicht Burwitz oder Pfannmüller das alleinige Sagen haben, machte die Versammlung schnell deutlich. Im Gegenteil: Hier dürfen die Kleinsten (mit-)bestimmen. „Eigentlich seid ihr die Chefs“, machte die Stammesvorsitzende Alicia Pfannmüller „ihren“ Kindern mit einem Schaubild deutlich.

Dort war zeichnerisch zu sehen, wer bei einer Stammesversammlung eigentlich abstimmen darf. Acht Stimmen entfallen dabei auf Kinder, nur sieben auf erwachsene Stammesmitglieder. Die große Jugendbeteiligung spiegelte sich auch in der Anwesenheit wider: Sind bei Jahreshauptversammlungen ansonsten, noch verschärft durch die Corona-Pandemie, kaum mehr Mitglieder als der geschäftsführende Vorstand anwesend, kamen zur Jahreshauptversammlung des Stamms Dutzende, weit auf die Kirchenbänke verteilte Nachwuchspfadfinder.

Auch für die herausragende Nachwuchsarbeit, die seit Jahren das Herzstück der katholischen Pfadfinderschaft ist, haben die Pfadfinder den Vereinsförderpreis 2019 erhalten.

Die Chefin, die sich selbst nicht als solche sieht, stellte deshalb auch ihr Amt zur Verfügung. Weil aber alle Mitglieder zufrieden über ihre Amtsführung waren, wählte die Versammlung sie erneut.

Ansonsten standen bei der Jahreshauptversammlung Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt. Der Vorstand um Alicia Pfannmüller, Alexander Tybussek und Elisabeth van de Bovenkamp überließ ihnen weitestgehend das Rederecht. Mit einem Pinguin-Tanz wärmten sich die Mitglieder in der zugigen Kirche, in die man die Versammlung wetterbedingt aus dem Pfarrgarten verschoben hatte, auf. Die Wölflinge, die jüngsten Stammesmitglieder, berichteten mit vorgeschriebenen Zetteln von ihren Gruppenstunden. Auch die Jungpfadfinder und die Rover berichteten von gemeinsamen Stunden mit Ausflügen nach Frankfurt, Stockbrot im Pfarrgarten oder selbst hergestelltem Apfelwein. In jüngster Vergangenheit mussten die Gruppenstunden allerdings durch Online-Angebote ersetzt werden.

Schon vor der Stammesversammlung hatte der Förderverein als Rechtsträger im Schnelldurchlauf getagt. In nicht einmal 20 Minuten bestätigten die anwesenden Mitglieder Björn Burwitz als Vorsitzenden und bescheinigten dem Vorstand einwandfreie Arbeit. Finanziell, berichtete Burwitz, käme der Verein bisher noch gut durch die Krise, weil man mit Projekten wie der Kerwe, Nikolaus- und Adventskranz-Aktion gute Polster gebildet habe. Die Absage der Ersatzkerwe im Pfarrgarten begründete Burwitz mit einem hohen finanziellen Risiko und der Tatsache, dass man nicht zu einem erhöhten Infektionsgeschehen beitragen wolle.

Die Nikolaus- und die äußerst beliebte Adventskranz-Aktion auf dem kleinen Schillerplatz finden voraussichtlich statt. Auch das Friedenslicht wollen die Pfadfinder gemeinsam mit den evangelischen Kollegen nach Lampertheim bringen. Am Ende der Versammlung stand eine Satzungsänderung, in der lediglich ein Wortlaut für das Finanzamt geändert werden musste.

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